Die schöne Agentin, die im letzten Sommer mit einer ganzen Spionengruppe in den USA enttarnt und nach Russland ausgewiesen worden war, stellt sich einer neuen Herausforderung: Nach Nacktfotos für das Männermagazin „Maxim“ und einem Bankerposten startet „006“ – so ihr Beiname – heute ihre TV-Karriere.
Natürlich muss es etwas „Exklusives“ sein und geheimnisumwittert sowieso – einer Agentin steht etwas anderes gar nicht zu Gesichte. Also mag es kaum verwundern, dass Chapmans Sendung den verlockenden Namen „Die Geheimnisse der Welt“ trägt.
Ein ebenbürtiger Partner Das erste dieser Geheimnisse führt den neuen Fernsehstar nach Kaliningrad. Es geht dabei um nicht weniger als das Aufspüren des auf sehr rätselhafte Weise seit Ende des Zweiten Weltkrieges verschollenen Bernsteinzimmers aus Petersburgs Vorortschloss in Zarskoje Selo.
Mit dem Kaliningrader Historiker und Heimatforscher Sergej Trifonow hat sie einen ebenbürtigen Partner gefunden. Spezialisiert auf Legenden und Mythen des alten Königsberg, ist er seit Jahren auf der Jagd nach dem Schatz, den der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. einst Zar Peter dem Großen geschenkt hatte.
Operative und umfassende Arbeit Trifonow ist zufrieden mit der gemeinsamen Arbeit mit dem Filmteam von REN-TV: „Die Hauptarbeit haben wir im Vorlauf per Telefon erledigt, dann kam das Team mit Anna Chapman nach Kaliningrad und hat sehr operativ und umfassend gearbeitet“.
Einzelheiten will der rührige Schatzsucher nicht ausbreiten. Das dürfe er gar nicht, denn er habe eine Vereinbarung mit dem Sender unterschrieben, die ihm verbietet, aus dem Nähkästchen zu plaudern.
Chapman muss noch einmal nach Kaliningrad Soviel ist aber klar: Es geht bei dieser Geschichte um die Annahme, das Bernsteinzimmer läge in 13 Metern Tiefe unter dem einstigen Bunker von Königsbergs letztem Stadtkommandanten Otto von Lasch.
Nach Trifonows Worten wurde unter dem Lasch-Bunker ein Brunnen entdeckt. „Wenn das Wasser abfließt, werden wir ihn öffnen. Möglicherweise muss das Drehteam dann noch einmal kommen“, sagt er.
Und: „Es ist wahrscheinlich, dass der Brunnen uns zu einem unterirdischen Lagerraum oder sogar zum Bernsteinzimmer führt. Die Deutschen hatten es offensichtlich sehr eilig und es ist ihnen nicht gelungen, den Brunnen vernünftig einzubetonieren.“
Selbstentzündendes Kind als nächstes Thema Bei seiner Suche hat Trifonow bisher nur einen Ring mit magischen Symbolen gefunden, der Albrecht von Brandenburg-Ansbach, dem ersten Herzog von Preußen und Hochmeister des Deutschritterordens, gehört haben soll.
Frau Chapman wird das Bernsteinzimmer in Kaliningrad (noch?) nicht gefunden haben, also ist es an der Zeit, über ihr nächstes Thema für „Die Geheimnisse der Welt“ zu spekulieren.
Möglicherweise wird es da um einen vierjährigen Jungen aus Sergijew Possad gehen, der sich selbst entzündet hat und fast verbrannt wäre.
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