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Dienstag, 15.12.2009
Kaliningrad: Hielt Baumeister Baschin die Hand auf?
Kaliningrad. Ein Bauunternehmer wirft dem Ex-Chefarchitekten von Kaliningrad und Haupt-Initiator der Wiederaufbaupläne des Königsberger Schlosses, Alexander Baschin, Bestechlichkeit vor. Alles nur Schlammschlacht?
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Der Direktor der Kaliningrader Baufirma "Gradostroj", Wjatscheslaw Kluge, sollte laut einem Bericht des Internet-Protals "newkaliningrad.ru" einen Betrag von 1 Mio. Rubel an die Stiftung "Wiedergeburt" überweisen. Dafür sei ihm eine schnelle Klärung strittiger Grundstücksfragen versprochen worden.
Die Stiftung wurde von Beginn an mit Alexander Baschin in Verbindung gebracht. Der ehemalige Kaliningrader Chefarchitekt und jetzige Leiter des kommunalen Bauamtes von Swetlogorsk (Rauschen) hält nach wie vor Anteile.
Kluge zahlte den Betrag, der ihm angeraten wurde, angeblich als freiwillige Spende. Besagte offene Fragen allerdings wurden keinesfalls geklärt, darum wandte sich der Baulöwe an die Miliz und brachte diesen Fall zudem in einer Versammlung im Kaliningrader Rathaus zu Fragen der weiteren Bebauung der Innenstadt an. Er wisse auch von anderen Firmen, die an Baschins Fonds gezahlt hätten. Die hätten nur einfach Angst und schwiegen.
Citymanager wäscht seine Hände in Unschuld Kaliningrads Citymanager Felix Lapin, der an der Versammlung teilnahm, gab an, nichts von diesen Vorgängen zu wissen. Er distanziere sich von dem Fonds ("ich weiß nichts von dessen Aktivitäten") und riet betroffenen Unternehmen, an die Öffentlichkeit zu gehen.
Wenn Bauaufträge oder Grundstücksübertragungen in Kaliningrad auf ungesetzliche Weise zustande gekommen seien, werde er hart dagegen vorgehen. "Es ist gut und richtig, dass Sie sich gemeldet haben", sagte er Wjatscheslaw Kluge.
Ob der das auch so sieht, ist noch die Frage. Denn seit Präsident Dmitri Medwedew den Kampf gegen die Bürokratie zu Russlands innenpolitischer Front Nr. 1 erklärt hat, ermitteln Fahnder mit Hochdruck auch gegen jene, die Schmiergelder zahlen, um zum Beispiel schneller an Baugenehmigungen zu kommen. Die Medaille der Korruption hat immer zwei Seiten: Die einen nehmen, die anderen geben. Schuldig und strafbar machen sich beide.
"Spenden" sind üblich auf der lukrativen Baustelle Kaliningrad Beobachter bezweifeln sehr, dass derartige Zahlungen in der Verwaltungsspitze nicht bekannt sind. Denn derartige "Spenden" sind Gang und Gebe in Kaliningrad, zumal der hochlukrative Bauboom der letzten fünf Jahre permanent mit dem undurchschaubar umständlichen russischen Baurecht und einer entsprechend schwerfälligen, korrupten Bürokratie kollidierte.
Zeit war bares Geld auf der Großbaustelle Kaliningrad, der Rubel rollte. Nicht nur auf legale Weise, was die prächtigen Anwesen diverser Regierungsangestellter eindrucksvoll belegen: Allein von ihren offiziellen Verwaltungsgehältern bräuchten sie drei Arbeitsleben, um sich Paläste zu leisten, wie sie in den Villenvierteln wie Amalienau und Maraunenhof aus dem Baugrund sprießen.
Mitarbeiter: Baschin-Fonds gemeinnützig tätig Alexander Baschin, sonst eher nicht eben zur Schweigsamkeit neigend und für sein offenes Verhältnis zur Kaliningrader Presse bekannt, gab auf Anfragen keinen Kommentar zu diesem Thema ab.
Dafür gab sich ein ehemaliger Mitarbeiter der Stiftung informativer: Der Fonds sei nicht als wirtschaftlicher Betrieb, sondern gemeinnützig tätig, sagte er gegenüber newkaliningrad.ru. Eine seiner Hauptaufgabe sei die Organisation von Ausstellungen auf der Architekturmesse in Cannes gewesen - im Auftrag der Gebietsregierung.
Außerdem veranstalte man Workshops zur baulichen Entwicklung der Kaliningrader Innenstadt und bereite Ausstellungen zu ähnlichen Themen in Bildungseinrichtungen des Gebietes vor. "Die Tätigkeit des Fonds ist in diesem Rahmen ständig von den Abgeordneten des Stadtrates und der Gebietsduma kontrolliert worden."
Dieses gemeinnützige Wirken werde durch Spenden von Auftragnehmern und Bauunternehmen unterstützt. Die Vorwürfe gegen Alexander Baschin in diesem Zusammenhang seien absurd, so der Mitarbeiter.
"Er hatte als Chefarchitekt von Kaliningrad zur Tätigkeit des Fonds gar keine Beziehung, außer dass er den Bauherren und Auftragnehmern die Aufgaben und das Selbstverständnis der Organisation erläuterte."
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