Gleich drei Ministerien haben sich mit der Frage befasst, ob Flüge von Kaliningrad nach Moskau und St. Petersburg mit staatlicher Unterstützung preisgünstiger gemacht werden sollen. Die Ministerien für Finanzen, Wirtschaft und Regionalentwicklung kommen nach einer Analyse zum Schluss: Das ist nicht notwendig.
Keine Sonderrechte für die Exklave an der Ostsee Die Flugtickets von Kaliningrad in die beiden größten russischen Städte sind nicht viel teurer als eine entsprechende Bahnfahrt. Außerdem kosten sie nicht mehr als z. B. von Samara oder Wolgograd nach Moskau, was von der Entfernung vergleichbar ist.
Subventionen würden den Bürgern von Kaliningrad aber Vorteile gegenüber den Bewohnern anderer russischer Regionen verschaffen, die es genauso weit bis Moskau und Petersburg haben, aber keine Vergünstigungen erhalten. Außerdem subventioniert Moskau bereits den Zugverkehr aus der Exklave „aufs Festland“.
Erheblicher Passagierrückgang Besorgniserregend sind indes die Passagierzahlen, die der Kaliningrader Flughafen Chrabrowo meldet. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres gingen sie um 27,9 Prozent zurück – und das, obwohl es russlandweit einen Zuwachs von 37 Prozent gibt.
Schuld an dem Rückgang ist die Pleite der wichtigsten Airline der Region „KD Avia“. Alle Bemühungen, einen neuen Beförderer für Kaliningrad zu finden, verliefen bisher aber leider erfolglos.
Initiative abgeschmettert Mit dem Vorschlag, Geld in die Kaliningrader Flugbranche zu pumpen, waren Verkehrsminister Igor Lewitin und der Präsidentenbeauftragte für die Nordwestregion Ilja Klebanow aufgetreten. Sie wollten im nächsten Jahr 1,5 Milliarden Rubel (38,5 Millionen Euro) zur Verfügung stellen.
Ihre Argumentation lautete: Für eine Bahnfahrt nach Moskau und St. Petersburg sei die bürokratische Hürde sehr hoch, denn dazu muss der Kaliningrader Reisende einen Auslandspass und ein Transitvisum für Litauen und Weißrussland besitzen. Wie es aussieht, hat Moskau dieses Argument nicht überzeugt.
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