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Montag, 10.01.2011
Kaliningrader demonstrieren gegen geplante Moschee
Kaliningrad. Am Sonntag haben über 100 Menschen in Kaliningrad gegen den Bau einer Moschee im Südpark demonstriert. Die Moschee zerstöre das historisch gewachsene Landschaftsbild des Parks am Friedländer Tor, meinen sie.
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Der Bau des islamischen Gotteshauses wurde bereits im Herbst beschlossen. Nach Angaben von Irschat Chasamow, dem Leiter der muslimischen Gemeinde in Kaliningrad, kostet der Bau 100 Millionen Rubel (2,5 Mio. Euro). Einzige Finanzierungsquelle seien Spenden von Muslimen und „anderen nicht gleichgültigen Menschen“, sagte er.
100.000 Muslime im westlichsten Zipfel Russlands Laut Chasamow leben in der russischen Ostseeprovinz rund 100.000 Muslime. Das sind neun bis zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Seit 1993 fordert die Religionsgemeinschaft eine eigene Moschee. Wegen des heftigen Widerstands der Bevölkerungsmehrheit musste der Bau aber mehrmals zurückgestellt werden.
Nun soll es kein Zurück mehr geben: Mit den Vorbereitungen wurde bereits im Dezember begonnen. Die ersten Bäume im 1927 angelegten Park, der überwiegend mit Kastanien bepflanzt ist, wurden schon gefällt.
Großdemo gegen die Moschee geplant Doch der Widerstand wächst: Nachdem sich die Gegner des Moscheebaus erfolglos an mehrere Instanzen gewandt haben, um den Bau zu stoppen, wenden sie sich nun an die Öffentlichkeit. Auf dem Meeting der Aktivisten „Für den Schutz des Südparks“ am Sonntag wurde die Organisation einer Großdemo vereinbart.
Potenzial für die Kundgebung ist da, denn über 10.000 Unterschriften gegen den Bau der Moschee haben die Aktivisten innerhalb kürzester Zeit schon gesammelt. Und öffentlicher Druck zeigt Wirkung: Im vergangenen Jahr haben Proteste der Bevölkerung gegen Gouverneur Georgi Boos schließlich sogar zu dessen Ablösung im Herbst geführt.
Mix von Argumenten gegen die Moschee Die Gegner der Moschee bringen eine Reihe von Argumenten vor: Die Abholzung der Bäume im Park führe zur Verschlechterung der Ökologie in der Stadt. Die Anwohner fürchten auch das Ansteigen der Kriminalität in der einzigen Spaziergängerzone der Gegend.
Zudem beeinträchtige der Bau auch das architektonische Ensemble rund um das unter Denkmalschutz stehende Friedländer Tor, heißt es. Das 1860 im Stil der Neogotik errichtete Tor werde so zum „Eingangstor in die Moschee“ umfunktioniert, kritisieren die Gegner der Moschee.
Der Bau einer Moschee ist freilich nicht der einzige Eingriff, den die Stadtverwaltung in den Südpark plant. Nachdem vor einigen Jahren bereits der Wohnkomplex „Manhattan“ am Südende des Parks errichtet wurde,
sollen in den Park neben der Moschee auch noch ein Zirkus und ein Aquapark integriert werden. Ob diese Projekte auf mehr Gegenliebe bei den Anwohnern stoßen, bleibt abzuwarten.
Derweil beansprucht die russisch-orthodoxe Kirche den Königsberger Dom für sich ...
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