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Montag, 13.09.2010
Kaliningrader gegen Verlegung des Stadtgeburtstags
Kaliningrad. Party in Kaliningrad: Die Stadt hat am Wochenende Geburtstag gefeiert. Welchen, das wissen die Kaliningrader selbst nicht so genau. Auch die Verlegung in den September stößt bei den Bewohnern auf Unverständnis.
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Es war einmal… Königsberg. Die Geschichte der alten Hansestadt reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück und endet 1946. Am 4. Juli 1946 benannten die Sowjets die Stadt in Kaliningrad um – zu Ehren des kurz zuvor verstorbenen Politikers Michail Kalinin (formell langjähriges Staatsoberhaupt der UdSSR).
Gemeinsame Geschichte erst seit einigen Jahren begangen Erst 2005 feierten Russlands damaliger Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder gemeinsam den 750. Jahrestag von Königsberg-Kaliningrad. Die Feierveranstaltung fand traditionell am ersten Juli-Wochenende statt – angelehnt an das Datum der Umbenennung in Kaliningrad.
Doch seit 2008 wird auf Anregung des neuen Bürgermeisters Alexander Jaroschtschuk der Geburtstag im Herbst gefeiert. Im Sommer seien die meisten Kaliningrader im Urlaub und könnten daher nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen, so die Begründung.
Verlegung in Herbst trübt die Freude Bei den Bürgern selbst stößt die Umstellung nicht unbedingt auf Zustimmung. Einer Umfrage des Internetportals kaliningrad.ru nach finden 45,4 Prozent der Befragten unverständlich, warum der Stadtgeburtstag in den Herbst verlegt wurde. Weitere 27,3 Prozent halten solche Feiertage ohnehin für rausgeworfene Steuergelder, während sich elf Prozent über die anschließenden Müllberge in der Stadt beklagen.
Ungeachtet der Skepsis im Vorfeld war die Stimmung auf dem Stadtfest gut. Mal- und Gesangswettbewerbe für Klein und Groß, ein Festumzug, Motorradrennen und sogar ein Feuerwerk sorgten für Ausgelassenheit und Freude unter den Teilnehmern.
Der künftige Gouverneur Nikolai Zukanow und Bürgermeister Jaroschtschuk maßen vor künftigen Machtkämpfen in der Politik schon einmal ihre Kraft beim „Hau-den-Lukas“-Wettbewerb. Zukanow durfte zudem einen Skate-Park am Oberteich einweihen.
Einziger Wermutstropfen: Während des Feuerwerks fiel ein junger Mann in den Pregel und ertrank. Nach vorläufigen Angaben der Polizei war der Mann betrunken.
Zeitz ist Partnerstadt von Kaliningrad Am Stadtgeburtstag nahm übrigens auch eine deutsche Delegation teil. Die deutsche Kleinstadt Zeitz ist künftig Partnerstadt von Kaliningrad. Jaroschtschuk und der Bürgermeister von Zeitz Volkmar Kunze haben den Partnerschaftsvertrag am Samstag unterzeichnet.
Der Vertrag sieht einen verstärkten Austausch von Schülern und Studenten vor. Kunze überreichte als Gastgeschenk zwei Bände der Zeitzer Stadtgeschichte und einen alten Stich mit einer historischen Ansicht der Moritzburg.
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