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Montag, 29.08.2011
Kaliningrads Schlossteich-Kaskaden werden restauriert
Kaliningrad. Vor dem Krieg waren die künstlichen Kaskaden zwischen Ober- und Schlossteich eine der Sehenswürdigkeiten von Königsberg. Zuletzt verkamen sie zum Treffpunkt für Trinker. Nun sollen sie saniert werden.
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Schon vor Jahrhunderten haben die Ritter des Deutschen Ordens den Schlossteich mit Wasser aus dem Oberteich aufgefüllt. Doch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Gebiet um den Schlossteich zu einer Flaniermeile umgestaltet.
Original stammt aus dem 20. Jahrhundert Im Zuge dieser Arbeiten wurde beschlossen, auch den Damm umzugestalten und das Wasser kaskadenartig in den Schlossteich ablaufen zu lassen. Auf alten Fotos ist der Reiz der künstlichen Wasserstufen noch zu erkennen.
An der Quelle am oberen Ende der Kaskaden wurde ein mit Säulen bestücktes und mit Mosaiken geschmücktes Haus gebaut. Von dort fällt das Wasser in fünf gleichmäßigen Stufen in ein großes Bassin ab. Von dort gelangte das Wasser über eine Grotte und einen 80 Meter langen Kanal in den Schlossteich.
Bronzefigur schon zu Nazizeiten entfernt Gesäumt wurden die Kaskaden von weißen Treppen und einer Rasenfläche links und rechts. Das Bassin wurde mit Klinkersteinen ausgelegt.
Gekrönt wurden die Wasserstufen seit 1930 von einer Bronzefigur, dem „tanzenden Mädchen“. Die Skulptur von Bildhauer Hermann Brachert wurde allerdings bereits von den Nazis als „entartete Kunst“ wieder demontiert. Heute gibt es nur noch eine kleine Kopie der Figur im Brachert-Museum der Ortschaft Otradnoje (früher Georgendwalde).
Dem Zerfall preisgegeben Nach dem Ende des Kriegs verfiel das ungeliebte deutsche Erbe der neuen sowjetischen Provinzhauptstadt zusehends. Zuletzt wurden 1975 kosmetische Reparaturarbeiten an den Wasserstufen vorgenommen.
Gleichzeitig wurde der Oberteich zur Stadtkloake. Zahlreiche ungefilterte Abwässer liefen in den Teich. Zudem wurden Bassin und Kanal am unteren Ende der Kaskaden von einigen Kaliningradern in eine Müllhalde umfunktioniert.
Der Gestank lud nicht gerade zum Spazieren ein. Stattdessen nutzten Jugendliche, aber auch Obdachlose den Ort, um sich zu betrinken und anschließend zu entleeren.
Renovierung soll originalgetreu werden Dennoch schlugen die Anwohner Alarm, als im Juni ein Bauzaun rund um das Gelände aufgestellt wurde. Sie befürchteten ein neues Einkaufszentrum. Die mit der Restaurierung beauftragte „Baltiskaja stroitelnaja kompanija“ beruhigt: Alles werde originalgetreu wieder hergestellt.
„Wir versuchen alles so zu machen, wie es einst unter den Deutschen war. Bei der Vorbereitung der Arbeiten haben wir alte Fotografien und Ansichtskarten studiert“, erklärte der Vorarbeiter Wladimir Postnikow in einem Interview mit der „Komsomolskaja Prawda“.
Arbeiten bis November abgeschlossen Dem Interview nach handelt es sich um eine umfassende Renovierung bis auf das Fundament. Wie teuer das Projekt ist, wurde nicht bekannt. Bis November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
2008 wurde bereits am Oberteich eine Flaniermeile eingerichtet. Nach der Instandsetzung der Kaskaden können die Kaliningrader ihre Spaziergänge am Teich noch ein gutes Stück verlängern.
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