Networking wurde am Wochenende beim elften dialog-Symposium ganz groß geschrieben. Zahlreiche Interessierte, Mitglieder und Vertreter von Unternehmen, Politik und russischer Administration nutzten die Gelegenheit zum Kennenlernen und Gedankenaustausch.
Herzliche Einladung zum persönlichen Gespräch Auf dem Podium ging es um Diversifizierung der russischen Wirtschaft und welche Rolle dabei die deutsche Wirtschaft spielen kann. Veronika Bienert stellte Siemens vor. Klar, Siemens ist ein deutsches Unternehmen mit der ganz eigenen, deutschen Firmenkultur. Das ist auch bei der russischen Tochter des Technik-Konzerns nicht anders.
Und wahrscheinlich ist das auch gut so: Nicht nur direkt durch die wirtschaftliche Tätigkeit der Münchener fließt Knowhow nach Russland. Siemens ist auch gesellschaftliches Engagement wichtig: Das Unternehmen sponsert die führende Musik-Hochschule der russischen Hauptstadt, das Moskauer Konservatorium, ist an Universitäten aktiv und fördert mit dem Science Award begabte Schüler der zehnten und elften Schulklassen.
Auch die Deutsche Bank hält in Russland ständig nach jungen, talentierten Mitarbeitern Ausschau. „Wenn Sie sich für die Arbeit bei der Deutschen Bank in Russland interessieren, können Sie mich gern gleich ansprechen“, lud Jörg Bongartz ganz direkt und in bestem Russisch ein.
Russland investiert im Ausland Der Manager gab anschließend Einblick in die Hauptgeschäftsfelder des Unternehmens. Das Investmentgeschäft wächst. Und zwar auch von russischer Seite – immer mehr russische Unternehmen kaufen sich im Ausland ein, weil sie auch in der Wertschöpfungskette in die Tiefe gehen wollen.
Oder wie es Bongartz ausdrückt: „Sie wissen, dass es nicht ausreicht, Öl aus der Erde zu holen.“ Bei der vertikalen Integration engagieren sich die Unternehmen dann auch in der Verarbeitung des Öls – um beim Beispiel zu bleiben.
Sergej Afonzew vom Institut für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) und zugleich Berater des Consulting-Unternehmens Sigma zeigte Modernisierungsmöglichkeiten in Russland auf. Wenn die richtigen Bedingungen auf dem Binnenmarkt geschaffen sind, dann werden auch mehr Investitionen nach Russland fließen, ist der Berater überzeugt.
Der Rechtsstaat müsse verlässlich werden. „Die Menschen müssen wissen, dass sie auf Gesetze und Regeln zählen können“, so Afonzew. Ein weiteres dringendes Ziel, sei die Zurückdrängung der Korruption. Bei diesem Kampf misst Afonzew unabhängigen Gerichten die entscheidende Rolle zu.
Treffpunkt der Regionen Speziell für den wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und persönlichen Austausch zwischen Deutschland und Russland seien Erleichterungen bei den Visa-Formalitäten dringend nötig. „Wenn die Menschen aus Russland nach Europa reisen können, werden sie sehen, dass es dort nichts gibt, vor dem man sich fürchten muss.“ – ein Statement, das anhaltenden Applaus des Publikums erntete.
In den Kaffee-Pausen gab es dann die Möglichkeit zum direkten Kontakt. Reinhold von Ungern-Sternberg und Daniel Krutzinna beispielsweise machten eifrig neue Kontakte. Die beiden Berater von Wolga Consult waren extra aus Nischni Nowgorod angereist.
Zwar, so erklärt Ungern-Sternberg, sei die Region Nischni schon sehr interessant. Leider nur werde das in Moskau nicht immer wahrgenommen. Deshalb seien Veranstaltungen, wie das dialog-Symposium für die Kontaktpflege durchaus sehr wichtig.
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