Vor einem Jahr haben 100 Mitgliedsfirmen der deutsch-russischen AHK, 72 deutsche und 18 russische, sich zur „Initiative Compliance“, zu einer Partnerschaft gegen Korruption zusammengeschlossen.
Damit liegen sie einerseits im Trend der von der Seite der russischen Regierung angekurbelten Anti-Korruptionskampagne und können andererseits Vorwürfe gegen einige deutsche Firmen ausräumen und aktive Schritte in Richtung sauberes Business unternehmen.
Großunternehmen als Vorreiter der Initiative Die Vertreter von Siemens und Mercedes Benz erläuterten bei der Veranstaltung am Donnerstag die Maßnahmen ihrer Unternehmen, um der Korruption den Kampf anzusagen. So hat Mercedes zum Beispiel Händlern in Moskau und im Moskauer Gebiet seine Aufträge entzogen.
Siemens animiert seine russischen Partner, sich an die Regeln des transparenten und sauberen Geschäftsgebarens zu halten. Ein Beispiel für den Erfolg der Bemühungen in dieser Richtung ist die Zusammenarbeit mit der russischen Eisenbahn RZD.
Innerhalb der Firmen finden zahlreiche Schulungen der Mitarbeiter statt, um sie für die neuen Anforderungen fit zu machen. Ernsthafte Anti-Korruptionsarbeit ist sehr aufwendig, daher betreiben sie eher die großen Unternehmen, der Mittelstand hat im Moment noch nicht den langen Atem dafür und noch zu viele andere Probleme.
Ausweitung der Initiative auf andere Investoren Die Initiative arbeitet mit „Transparency International“ zusammen und setzt sich nicht nur für die stärkere Einbeziehung russischer Firmen in den Anti-Korruptionskampf, sondern auch für die Involvierung anderer ausländischer Investoren wie zum Beispiel aus Spanien, Italien, Frankreich und Finnland ein.
Bedauerlicherweise sagte Arkadi Dworkowitsch, der Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, kurzfristig seine Teilnahme an der Veranstaltung ab, so dass die russische Position zu diesem akuten Problem ungehört blieb.
Es wäre wichtig und von Interesse gewesen zu hören, wie die Initiative der AHK von der russischen Seite eingeschätzt und vielleicht sogar unterstützt wird, denn es sollte im Interesse Russlands sein, vom 154. Platz auf der weltweiten Korruptionsliste einen großen Schritt nach vorn zu machen.
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