Insgesamt acht freiwillige Helfer sind in dem Holzhaus und drum herum das drei Wochen in unermüdlichem Einsatz, fünf Deutsche und drei Niederländer – die dafür zwar Kost und Logis kostenlos genießen, aber die Anreise aus der eigenen Tasche bezahlt haben.
Die vorher unbefestigten Matschwege rund um das Haus wurden mit Holz befestigt, Fenster- und Türrahmen eingesetzt und Laminat verlegt. Russische Sprachkenntnisse hat hier von den Helfern fast niemand, schnell hat man sich jedoch durch die Kinder des Kinderhauses die ersten russischen Worte angeeignet.
Einer der Teilnehmer, der 46-jährige Andreas Kampp aus dem Kreis Heidelberg, im Zivilberuf Autobauer, hat sich eigens für dieses Projekt drei Wochen unbezahlten Urlaub genommen. Als Dienstältester kümmert er sich um den Ablauf, teilt die Arbeitsgruppen ein und packt auch bei den Arbeiten selbst mit an.
Würde er sich auf dieses Abenteuer wieder einlassen? Die Antwort kommt ohne Zögern: „Ich würde es jederzeit wieder so machen. Ich habe keinen Moment daran gezweifelt, dass dies, was ich hier tue, das richtige ist“.
Auch Sabine Krug, 21-jährige Architekturstudentin an der TU Kaiserslautern, und die gleichaltrige Andrea Hundt, Bauingenieurwesen-Studentin an der FH Mainz, äußern sich so.
Sie würden jederzeit wieder an einem solchen Projekt teilnehmen. Sabine Krug setzt dies dann auch gleich in die Tat um und reist direkt nach diesem Einsatz weiter zum nächsten Baucamp in Bulgarien.
Marina Bosch lockte zunächst nur die Möglichkeit, ein Baustellenpraktikum abzuleisten, aber schnell war auch sie voller Begeisterung für das Kinderheim. Sie ist 27 Jahre und studiert Architektur an der TU Cottbus und an der TU Berlin, über "Phoenix" hat sie über einen Aushang an ihrer Uni erfahren.
Flitterwochen einmal anders Zwei weitere Freiwillige sind Claudia und Bas, frisch verheiratetes Hochzeitspaar aus den Niederlanden. Ihre Flitterwochen verbringen sie für drei Wochen als freiwillige Helfer im Kinderhaus.
Wo andere Teilnehmer ein Zimmer zu dritt belegen oder in Zelten im Garten hausen, dürfen die beiden ein eigenes kleines und gemütliches Zimmer bewohnen. An der Tür der „Honeymoon-Suite“ – so wurde das Zimmer kurzerhand getauft – hängen liebevolle Bastelarbeiten der Kinder, die sie eigens für die frisch Verheirateten angefertigt haben.
Die Kinder aus dem Kinderhaus, ehemalige Straßenkinder, erleben das selbstlose persönliche Engagement der beteiligten Helfer als etwas sehr Positives. Auch wenn das Frauen-Männer-Rollenbild des 17-jährigen Fedja auf den Kopf gestellt wird: „Warum arbeiten hier Frauen mit Säge und Hammer und bereiten nicht das Essen vor?“ So bekommen die Kinder Impulse für wichtige Werte mit auf ihren weiteren Weg.
Begehrte russische Küche Einige der Teilnehmer waren vor ihrer Ankunft skeptisch, ob ihnen die bislang fremde russische Küche schmecken würde. Diese Zweifel waren jedoch schnell ausgeräumt. Lena, die gute Seele in der Küche, da ist man sich einig, kocht einfach hervorragend.
Lena ist eine von zwei ehemaligen Obdachlosen, die mit ihren Kindern hier ein neues Zuhause gefunden haben. Gekocht wird nicht nur für die Kinder im Kinderhaus, sondern auch für eine Suppenküche für Obdachlose am Kursker Bahnhof in Moskau.
Die guten Geister von Phönix Das Kinderhaus Phönix steht in Rogatschowo, einem kleinen Ort im Kreis Dmitrow, 60 km von Moskau entfernt. 2001 wurde es vom „Russischen Zentrum für humanitäre Hilfe Phönix" und der "Deutsch-Russischen-Gesellschaft Kraichgau e.V.“ gegründet. Zurzeit leben dort sieben Kinder im Alter von 2,5 bis 17 Jahren.
Maxim Jegorow ist der Pädagogische Leiter des Kinderhauses. Die Vorsitzende des schwäbischen Fördervereins, Dorothea Volkert, und die stellvertretende Vorsitzende, Annette Holzmayr, sind in unermüdlichem Einsatz auf der Suche nach Spendengeldern für ihre russischen Kinderchen. Die beiden sind jetzt ebenfalls während des Freiwilligen-Projektes vor Ort in Rogatschowo.
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| Bankverbindung für Spenden |
Deutsch-Russische Gesellschaft Kraichgau e.V. Volksbank Neckartal eG Bankleitzahl 672 917 00 Kontonummer 432 367 09 BIC: GENODE61NGD IBAN: DE43 6729 1700 0043 2367 09
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Das Baucamp konnte Dorothea Volkert nur mit Hilfe des Internationalen Bauordens IBO organisieren. Das ist eine Gesellschaft, die soziale und gemeinnützige Projekte bei notwendigen Bau- und Renovierungsarbeiten durch Vermittlung von Freiwilligen unterstützt.
Einer, der immer wieder gerne spendet, ist Udo Reitz aus Bad Honnef. Als Inhaber eines Radio-Fernsehgeschäftes wirbt er auf seiner Firmenhomepage für das Kinderhaus, und in seinem Geschäft hat er eine Spendenbox aufgestellt. Auf diese Weise kommen jährlich ca. 2.000 EUR zusammen; insgesamt sind es mittlerweile schon 13.000 EUR, die an das Kinderhaus geflossen sind.
Auch Udo Reitz ist in diesem Sommer schon zum dritten Mal nach Rogatschowo gereist, um hier nach dem Rechten zu sehen. Und er ist mehr denn je der Überzeugung, dass seine Spenden hier an die richtige Stelle geraten sind. (cn/.rufo)
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