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Wladimir Kumarin Barsukow galt als einer der einflussreichsten Geschäftsleute von Petersburg bis zu seiner Verhaftung (Foto: fontanka.ru)
Freitag, 13.11.2009

14 Jahre Haft für Petersburger Mafiaboss Barsukow

St. Petersburg. Er galt als einer der einflussreichsten Mafiabosse Russlands und als „nächtlicher Gouverneur“ von St. Petersburg. Nun ist Wladimir Barsukow zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Es drohen weitere Urteile.

Wladimir Barsukow wurde als Wladimir Kumarin in der Region Tambow geboren. In den 70er Jahren zog er nach St. Petersburg und kam schon bald mit dem Gesetz in Konflikt. 1985 landete er wegen Rowdytums, Dokumentenfälschung und illegalen Patronenbesitzes im Gefängnis; 1988 wegen Erpressung.

Chef der Tambow-Mafia


Schon zu der Zeit galt er als einer der führenden Köpfe der so genannten Tambower Mafia. 1994 kurz nach der Entlassung aus der Haft verlor er bei einem Anschlag seine rechte Hand. Zur Heilung flog er nach Deutschland. 1995, nach seiner Rückkehr widmete er sich offiziell ganz legalen Geschäften – als Gründer und Anteilhaber mehrerer Ölgesellschaften und sogar als Mäzen für die russisch-orthodoxe Kirche.

Dennoch sahen die meisten Medien in ihm nach wie vor einen der einflussreichsten Paten der Russenmafia. Zwischendurch wurde er sogar im Zusammenhang mit einem Geldwäscheprozess mit dem damaligen Präsidenten Wladimir Putin in Verbindung gebracht.

Verhaftung 2007: Vorwürfe Mordanschläge, Raub und Erpressung


2007 wurde er tatsächlich verhaftet. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn mehrerer Mordanschläge und räuberischer Geschäftsübernahmen (in Russland ist die Praxis als Raiderstwo – Kaperei bekannt). Insgesamt 13 Firmen in Petersburg soll er sich auf diese Weise angeeignet haben.

In zwei Fällen wurde er nun wegen Räuberei verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Kumarin-Barsukow mit seiner Bande das Restaurant „Peterburgski ugolok“ und das Einkaufszentrum „Smolninski“ illegal übernommen hatte. Barsukow ließ bestechliche Beamte der Steuerinspektion Einträge im Firmenregister eintragen und verkaufte dann die beiden Einrichtungen über mehrere Briefkästenfirmen.

Barsukow droht lebenslang


Der mehrfache Weiterverkauf dient nicht nur zum Verschleiern von Spuren, sondern sorgt auch dafür, dass der letzte Käufer schon als redlich gilt und juristisch nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. In diesem Fall platzte das Schema, einige der Kumpane Barsukow packten während der Untersuchungen aus.

Der Prozess fand unter extremen Sicherheits-Vorkehrungen in Moskau statt. Die Beamten fürchteten einen Racheakt der Mafia und verlegten die Sitzung des Gerichts von Petersburg in die russische Hauptstadt. Barsukow selbst wird nach dem Urteil wieder in sein „Domizil“, das berüchtigte Moskauer Untersuchungsgefängnis „Matrosenstille“ zurückkehren. Auf den Mafiapaten warten noch weitere Prozesse. Es droht lebenslang.


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