St. Petersburg. Eine seit drei Tagen im Süden der Stadt brennende Müllkippe beunruhigt die Bürger: Heute Morgen war der Qualm – bei klarem Wetter - stellenweise so dicht, dass die Sichtweite auf fünf Meter sank.
Das am Dienstag ausgebrochene Feuer hat etwa 2.000 Quadratmeter der Mülldeponie an der Kreuzung der Kiewer und der Wolchonsker Chaussee erfasst. Es handelt sich um den ersten Brand auf dieser Müllkippe. Der Betreiber der Deponie spricht von Brandstiftung.
Nach Angaben der Feuerwehr ist der Brand unter Kontrolle, wird aber wohl erst in zwei Tagen gelöscht sein. Acht Löschfahrzeuge und ein Hubschrauber sind im Einsatz.
Puschkin: Leute sollten Zuhause bleiben
Heute morgen gegen 8.30 Uhr hüllte der Qualm den Schlossvorort Puschkin ein. Augenzeugen berichteten, die Sichtweite habe nur noch fünf Meter betragen. Die Bürger wurden über öffentliche Lautsprecher aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben und Atemmasken zu tragen.
Zwischen 11 und 14 Uhr hüllte der Qualm offenbar auch den nahen Petersburger Flughafen Pulkovo ein: Der Airport wurde zwar nicht geschlossen, doch drehten neun anfliegende Maschinen ab und steuerten ihre Ausgangspunkte oder Ausweichflughäfen ein.
Flughafen Pukovo spricht von "Nebel"
Wie fontanka.ru berichtet, erklärte die Flughafenverwaltung allerdings, es handele sich um gewöhnlichen Nebel. Auch der städtische Wetterdienst besteht auf dieser Diagnose: Seine Messgeräte hätten in Pulkovo Nebel bei einer Sichtweite von 100 Meter gemessen.
Im sonstigen Stadtgebiet war der heutige Herbsttag allerdings von strahlendem Sonnenschein bei Temperaturen um den Gefrierpunkt geprägt.
In der Nacht hatte es erstmals in diesem Jahr leichten Frost, auch ereigneten sich am Morgen erste Glatteisunfälle.