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Gegen derartige Eis-Kaliber hilft auch kein Autodach (Foto: ld/.rufo)
Dienstag, 09.03.2010

Eisbrocken vom Dach auch für Autofahrer gefährlich

St. Peterburg. Die Frühlingssonne bringt Schnee und Eis zum Schmelzen – auch auf Dächern, sofern diese nicht gut geräumt sind. In St. Petersburg wurden jetzt sogar zwei Autoinsassen durch Eisschlag schwer verletzt.

Die Fußgänger in St. Petersburg haben sich nach den Rekord-Schneefällen in den letzten zwei Monaten schon eine gewisse Umsicht angewöhnt: Man schaut nicht nur auf den Boden auf der Suche nach rutschigen oder matschigen Stellen, sondern immer wieder auch nach oben: Hängt da an den Simsen und Dachrinnen nicht vielleicht wieder ein potentiell gefährlicher Eiszapfen oder eine Schneewechte? Im Zweifelsfall ist es auf der Fahrbahn zwischen den Autos sicherer.

Autofahrer ließen diese Vorsicht bisher allenfalls walten, wenn sie in Höfen oder am Straßenrand einen Parkplatz für ihr Vehikel suchten – am besten weit weg von jeder Fassade.

Doch auch im fahrenden Auto kann der Eishammer zuschlagen: Im Vorort Kolpino wurde gestern ein Skoda mit zwei Insassen von einem Eisbrocken getroffen – und zwar so heftig, dass ein Mann im Auto schwere Schädelverletzungen erlitt. Seine Begleiterin kam mit leichteren Verletzungen davon und wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen.

Tod auf dem Gehweg


Bisher hat der Rekordwinter in der Stadt zu zwei Todesfällen durch herabstürzendes Eis geführt: Just am Hauptquartier der Petersburger Polizeibehörde am Suworowski Prospekt löste sich ein schwerer Brocken, der ein Frau erschlug. Das andere Opfer war ein Mann, der auf der Petrograder Seite auf dem Gehweg tödlich getroffen wurde.

Im gleichen Stadtteil wurde Anfang Februar eine Studentin aus Estland schwer verletzt. Sie war von einem Eisbrocken getroffen worden, den Arbeiter auf einem Dach abgeschlagen hatten.

Besser Helm als Kopfhörer


Nach Darstellung des zuständigen kommunalen Betriebes habe die Studentin Absperrungen auf dem Gehweg ignoriert – und offenbar auch warnende Zurufe nicht gehört, weil sie einen Kopfhörer trug. Die Eltern der Studentin appellierten inzwischen in einem Brief an Präsident Dmitri Medwedew, sie bei der Suche nach Gerechtigkeit in diesem Fall zu unterstützen.

Eine weitere Gefahrenquelle sind übrigens Stromleitungen von Straßenlaternen oder Straßenbahnen – sollten diese durch das Schnee- und Eisbombardement abgerissen werden.

Ein junger Mann, der – ebenfalls auf der Petrograder Seite – auf ein solches Kabel trat, blieb nur wie durch ein Wunder am Leben.


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