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Galina Starowoitowa musste ihre Zivilcourage 1998 mit dem Tod bezahlen. (Foto: newsru.com)
Donnerstag, 27.10.2011

Ermittlungen im Starowoitowa-Mordfall neu aufgenommen

St. Petersburg. Das Verfahren zum aufsehenerregenden Mord an der liberalen Politikerin Galina Starowoitowa wird neu aufgerollt. Die Mörder sitzen zwar seit sieben Jahren, aber die Hintermänner sind immer noch unklar.

Wie ein Mitglied des Duma-Sicherheitsausschusses jetzt gegenüber ITAR-TASS erklärte, ist am 14. Oktober 2011 ein neues Ermittlungsverfahren im Fall der im November 1998 in ihrem Haus am Gribojedow-Kanal in St. Petersburg erschossenen populären und unbequemen Politikerin eingeleitet worden.

Die Verwaltung des Inlandsgeheimdienstes FSB für Petersburg und das Leningrader Gebiet wird die neuen Ermittlungen ausführen. 2005, also erst sieben Jahre nach der Tat, waren drei Männer zu zwischen 11,5 und 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden, darunter der Auftragsmörder. 2007 wurde das Verfahren dann eingestellt.

Keine greifbaren Resultate


Der Informant erklärt weiter, der Vorsitzende des Sicherheitsausschuss, Wladimir Wassiljew, habe eine Anfrage an FSB-Chef Alexander Bortnikow geschickt. Grundlage dafür sei ein Brief der Präsidentin der „Stiftung humanitäre Hilfe für die Bürger von St. Petersburg“, Natalja Garkawenko gewesen, in dem es heißt:

„Die Vollstrecker des Verbrechens sind verurteilt, aber bis heute sind die Organisatoren des Mordes nicht entlarvt.“ Und weiter: „Dieser kaltblütige und zynische Mord wurde mitten im Petersburger Stadtzentrum begangen und hatte eine große öffentliche und politische Resonanz.“

Die Ermittlungen der Hintermänner habe sich „lange Jahre hingezogen und keine greifbaren Resultate gebracht“, so Garkawenko. Die Aufklärung des Mordes müsse „zu einem Ende gebracht werden" und die Auftragsgeber sollten „ihre gerechte Strafe erhalten“.

Große Dame der russischen Reformen


Galina Starowoitowa, die als Petersburger Abgeordnete in den 1990er Jahren in der Duma saß, gilt als eine der schillerndsten Vertreterinnen der demokratischen Reformbewegung nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Die „große Dame der russischen Reformen“ war so manchem ein Dorn im Auge. Zuletzt gab es wieder Mutmaßungen darüber, ob sie damals vielleicht einer Mafia-Struktur zum Opfer gefallen ist.


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