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Das soll nicht wieder vorkommen - Schneechaos auf Petersburger Straßen. (Foto: Deeg/.rufo)
Donnerstag, 13.10.2011

Gegen Winterchaos: Petersburg will Schnee schmelzen

St. Petersburg. Ab 2012 will Petersburg in jedem Stadtbezirk Stätten zum Lagern und Schmelzen von Schnee einrichten. Experten zweifeln jedoch, dass dem Winterchaos in der nördlichen Hauptstadt allein mit Technik abzuhelfen ist.

Vize-Gouverneur Sergej Kosyrew sagte gegenüber der Zeitung „Kommersant“, 2012 werde ein entsprechender Haushaltsposten aufgestellt. Wie vor 1990 soll die Stadt wieder mit Schneeschmelzmaschinen und stationären „Schneeschmelzstätten“ ausgestattet werden.

Den Schnee an Ort und Stelle verarbeiten


Heute verfügt Petersburg nur über drei Schneeschmelzmaschinen, benötigt werden aber mindestens 80, so Kosyrew. Es gibt nur einen Ort zum Schneeschmelzen, dabei sollte eigentlich jeder Stadtbezirk in der Lage sein, die Schneemassen direkt dort zu verarbeiten, wo sie liegen.

Bis Ende 2011 bekommt die Stadt zehn weitere Schneeschmelzmaschinen, 2012 noch 20, gebraucht werden aber mindestens 50 weitere. Laut Kosyrew sollten die Stadtbezirksleiter sich schon mal Gedanken darüber machen, wo der anfallende Schnee gesammelt und anschließend geschmolzen werden könne.

“Das Problem liegt in der Organisation“


Laut „Kommersant“ kostet allein die Einrichtung der nötigen Infrastruktur zum Kampf gegen die Schneemassen etwa 1,5 Milliarden Rubel (35 Millionen Euro).

Der Analytiker Denis Demin weist darauf hin: „Schneeschmelzen ist nicht die billigste Variante (…), aber die Petersburger erinnern sich nur zu gut daran, dass gerade die Schwierigkeiten beim Abtransport des Schnees im letzten und vorletzten Jahr die Räumarbeiten sehr behindert und verlangsamt haben.“

Man habe sich ein Beispiel an Moskau genommen, wo das Schneeschmelzen sich als gutes Mittel erwiesen habe. Dort gebe es drei Mal so viele entsprechende Maschinen, an dieser Zahl orientiere sich jetzt auch Petersburg bei seinen Plänen.

Die Technik allein reiche aber nicht aus, meint Demin: „Wichtiger ist die qualitative Organisation der Arbeit der Winterdienste, der kluge Einsatz der technischen Mittel und die Arbeitskontrolle. Gerade die schwache Leitung und Verwaltung war der Grund für das Misslingen der „Räumkampagnen“ der letzten Jahre.“


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