Gleichzeitig zwei Millionen-Überfälle in Petersburg
St. Petersburg. In St. Petersburg haben gestern Nachmittag fast gleichzeitig unbekannte Täter an zwei verschiedenen Orten bei Überfällen auf Privatpersonen erkleckliche Geldsummen erbeutet. Gesamtbeute: 460.000 Euro.
Opfer des ersten Überfalls wurde gegen 15 Uhr in der Innenstadt ein Mitarbeiter einer jordanischen Firma: Auf der Sadowaja Uliza wurde er von drei Männern mit vorgehaltener Pistole gezwungen, seine Tasche abzugeben. Darin befanden sich 100.000 Euro und 100.000 Dollar. Die Täter flohen mit ihrer Beute im Wert von 6,9 Mio. Rubel in einem schwarzen Ford Focus.
Das Geld sei für den Kauf einer Wohnung bestimmt gewesen, erklärte das Opfer beim Erstatten der Anzeige. Bei den Tätern hätte es sich vermutlich um Kaukasier gehandelt, berichtet fontanka.ru.
"Sondereinsatz" auf dem Weg zum Flughafen
Etwa zur gleichen Zeit wurden zwei Männer aus dem Kaukasus auf dem Weg zum Flughafen Pulkovo-1 ihrerseits Opfer eines Überfalls. Die beiden Dagestaner hatten 10 Mio. Rubel (ca. 260.000 Euro) bei sich.
Drei maskierte Unbekannte in Tarnanzügen mit der Aufschrift „Speznas“ (Sonderkommando) bedrohten sie mit Schusswaffen und nahmen ihnen Geld und Mobiltelefone ab. Anschließend wurden den beiden Männern, die sich später gegenüber der Polizei als „Arbeitslose“ bezeichneten, Beutel und Mützen über die Köpfe gezogen.
In einem Gazelle-Kleintransporter brachten die Täter sie ins Industriegebiet Schuschary und ketteten sie dort an einen Laternenpfahl. Die Opfer konnten sich alsbald befreien und die Miliz alarmieren. Eine Fahndung nach dem „Sonderkommando“ blieb jedoch erfolglos.
Dagestan: Bargeld lacht - und liebt Diskretion
Geldboten, die im Auftrag von Geschäftsleuten oder kriminellen Strukturen große Geldsummen per Flugzeug von oder nach Dagestan bringen, waren in der Vergangenheit schon mehrfach Ziel von gut geplanten Überfällen.
Das dortige Business zieht den unauffälligen Bargeld-Transfer aber offenbar nach wie vor dem Bankverkehr oder entsprechend bewachten Transporten vor, da diese schwerer vor Behörden oder kriminellen Strukturen zu verheimlichen sind.