Eigentlich wollte die „Beluga II“ am 7. Mai ihre Fahrt über das Fluss- und Kanalsystem von Petersburg nach Moskau aufnehmen. Auf dem Weg wollen die Umweltschützer Wasserproben entnehmen, um den Zustand der russischen Flüsse in der Region zu dokumentieren (Russland-Aktuell berichtete).
Putins Erlaubnis reicht nicht aus Das Russische Flussregister hat der gemischten russisch-deutschen Crew aber bis auf Weiteres das Auslaufen untersagt. Seit dem 4. Mai liegt das Schiff am Leutnant-Schmidt-Ufer auf der Newa. Die Behörde bemängelt, die Ausrüstung der „Beluga II“ sei see-, aber nicht flusstauglich.
Erst wenn die Mannschaft das Schiff entsprechend der Vorgaben umrüstet, bekommt sie grünes Licht für die Fahrt. Und das, obwohl kein anderer als der russische Ministerpräsident Wladimir Putin persönlich die Erlaubnis zur Einfahrt in die Binnengewässer gegeben hatte.
Greenpeace ist entrüstet Laut der Petersburger Greenpeace-Filiale war am Abend des 6. Mai ein Vertreter des Flussregisters am Anleger aufgetaucht und hatte, ohne mit dem Kapitän zu sprechen oder auch nur an Bord zu kommen, den Schluss gezogen, die „Beluga II“ entspräche nicht den Vorschriften.
Dmitri Artamonow von Greenpeace St. Petersburg sagte gegenüber dem Stadtportal Fontanka.ru, die Beanstandungen der Behörde seien „völlig unbegründet und haben etwas von den Schikanen des Feuerschutzes, wenn er daran interessiert ist, der einen oder anderen Organisation das Leben schwer zu machen“.
„Die Beluga II ist ein hervorragend ausgerüstetes Schiff, perfekt für Langzeitexpeditionen“, fährt der Umweltaktivist fort. Und: „Aus dem plötzlichen Verbot könnte man den Schluss ziehen, dass die russischen Behörden keine unabhängige Untersuchung der Wasserqualität wünschen.“
Nichts gegen Greenpeace! Zur Not würde die Aktion mit Autos und Gummibooten durchgeführt werden, was zwar schwieriger und zeitaufwendiger sei, aber durchaus möglich. Artamanow ist sich sicher: Die Wasserproben werden „erhebliche Verschmutzungen ergeben“. Sie sollen im Mai auf der Konferenz der Ostseeanrainer in Moskau vorgelegt werden.
Das Russische Flussregister beteuert derweil, die Beanstandungen hätten nichts mit der Tätigkeit von Greenpeace zu tun. Es ginge darum, dass die „Beluga“ ein Hochseeschiff sei, das den Anforderungen auf Flüssen nicht entspricht.
Konkret ginge es um Funkgeräte und Signallampen, die ausgewechselt werden müssten. „Es ist nur für ihre eigene Sicherheit“, beteuert Wladimir Kowaljow, ein Experte der Behörde: „Sobald diese Mängel behoben sind, kann die Beluga II sich auf den Weg machen.“
Die entsprechenden Forderungen seien laut Kowaljow bereits in der von Putin unterschriebenen Genehmigung enthalten gewesen. Entweder habe jemand darüber hinweg gelesen oder aber es sei ein Fehler des Hafenagenten gewesen, ist sich der Experte sicher.
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