St. Petersburg. Ein Streit um Parkplätze zwischen Dagestanern und Aserbaidschanern ist in St. Petersburg zu einer Schlägerei mit Schusswechsel eskaliert. Es ist nicht der erste derartige Zwischenfall in der Newa-Metropole.
Der jüngste Konflikt brach Donnerstagabend auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums im Norden von St. Petersburg aus. Anscheinend war es dort zu einem Unfall mit Blechschaden gekommen. Darauf kam es zum Streit, in den etwa 30 Dagestaner und Aserbaidschaner verwickelt waren.
Ein Verletzter und drei Verhaftete
Die Petersburger Polizei erklärte, es habe keine Verletzten gegeben. Das Stadtportal Fontanka.ru spricht dagegen von einem verletzten Mann, auf den aus einer Selbstverteidigungswaffe geschossen worden war. Er soll von seinen Leuten mit einem Auto in ein Krankenhaus abtransportiert worden sein.
Drei Männer wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen; bisher ist noch nicht klar, ob ein Verfahren eingeleitet wird.
Fast schon eine alltägliche Sache
In Petersburg kommt es in letzter Zeit gehäuft zu Auseinandersetzungen, an denen immer Kaukasier beteiligt sind. Im Mai kam es zu einem Schusswechsel in einem Café auf der 8. Linie der Wassili-Insel, wo sich Kaukasier um Anteile am Sammeltaxi-Geschäft stritten.
Anfang Juni mussten drei Aserbaidschaner nach einem Streit mit Armeniern in einem Café in Kuptschino mit Messerverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Unlängst erschlug ein Mann bei einer Massenschlägerei in einem Dorf im Leningrader Gebiet einen Dagestaner.
Kaukasier als Eindringlinge empfunden
Konflikte von Kaukasiern untereinander kommen seltener vor; meistens stehen sich Russen und Kaukasier gegenüber, die von der lokalen Bevölkerung oft als Eindringlinge empfunden werden. Diesem Muster folgte ein anderer Konflikt im Leningrader Gebiet, wo Dorfbewohner Gastarbeiter aus Inguschetien verprügelt hatten.
Die Angegriffenen riefen ihre Landsleute aus dem Nachbardorf zu Hilfe, die „zur Rache“ mit Nägeln bestückte Baseballschläger, Selbstschutzpistolen und Schlagringe ins Feld führten.
Schläge in der Metro
Am 28. Juni kam es zu einem bezeichnenden Zwischenfall in der Petersburger U-Bahn. Passagiere forderten drei Asiaten auf, einer zugestiegenen Schwangeren Platz zu machen. Die weigerten sich und reagierten aggressiv.
Es kam schließlich zu einer Schlägerei, an der sich fast die Hälfte der Wageninsassen beteiligte. Die Asiaten wurden an der nächsten Station unsanft aus dem Wagen befördert, meldet die Agentur Rosbalt.
Das angespannte Verhältnis zwischen Einheimischen und Zugereisten scheint sich immer explosiver Luft zu machen.