Formal ist Georgi Poltawtschenko erst Gouverneur, wenn die Petersburger Gesetzgebende Versammlung seiner Einsetzung zustimmt. Dies ist aber nur eine Formalität, denn er war ja von der stärksten Fraktion des Parlaments als Wunschkandidat vorgeschlagen worden.
Ehre und große Pflichten Dmitri Medwedew empfing den künftigen Smolny-Chef in seiner Sommerresidenz in Sotschi. „Sie kennen St. Petersburg gut“, sagte er. „Sie sind dort aufgewachsen und haben dort gearbeitet und kennen die Besonderheiten dieser zweiten Megalopolis unseres Landes.“
„Ich hoffe, Sie werden mit ihren großen Pflichten fertig, denn den Posten des Oberhaupts der zweiten Hauptstadt muss man mit Ehre erfüllen“, so Medwedew weiter. Was das für „große Pflichten“ sind, erklärte er Poltawtschenko denn auch sofort.
Die Krux mit dem Winter Vor allem ginge es darum, Petersburg vernünftig durch den Winter zu bringen. Das hatte Valentina Matwijenko, die nach acht Jahren als Petersburger Gouverneurin in den Föderationsrat nach Moskau wechselt, in den letzten zwei (extrem schneereichen) Jahren nicht geschafft.
Dafür war sie hart kritisiert worden, und manche sehen ihren schnellen Abgang nach Moskau auch darin begründet, dass Petersburg zwei Mal hintereinander im Winterchaos versunken war.
Medwedew ließ in seinem Gespräch mit Poltawtschenko dagegen keine kritischen Töne hören. Die Stadt habe sich in den letzten Jahren sehr positiv verändert, merkte er an. Aber: „Es gibt viele Veränderungen, aber das heißt nicht, dass es dort nichts zu tun gibt.“
Lob für die Vorgängerin Besonders die Kommunalwirtschaft bedürfe noch großer Verbesserungen. „Ich verlasse mich darauf, dass Sie eine Mannschaft auf die Beine stellen, die in der Lage ist, diese und die vielen anderen Aufgaben zu lösen, und ich wünsche Ihnen dafür Erfolg“, resümierte der Präsident.
Der neue Gouverneur versprach sein Bestes und lobte dann die geleistete Arbeit seiner Vorgängerin. Er hätte „die Höfe seiner Kindheit“ besucht und sie kaum wiedererkannt: „Ein Unterschied wie zwischen Himmel und Erde“, lautete sein Kommentar.
Im Übrigen sei er sich sicher, dass alles gut werde, sagte er dem russischen Präsidenten zum Schluss des Gespräches: „Die Hauptsache ist Ihr Vertrauen und die Unterstützung der Petersburger; ich bin mir sicher, dass wir das hinkriegen.“
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