Neubau bröckelt in der Hitze: 300 Bewohner evakuiert
St. Petersburg. Anstatt den ersten Sommerabend genießen konnten, mussten 300 Bewohner eines Wohnblocks eilig ihre Wohnungen verlassen: Von der Fassade fielen Steine. Nach einigen Stunden gab es Entwarnung – keine Einsturzgefahr.
Gegen Mittag waren von der Fassade des erst 2006 fertig gestellten Hauses am Prospekt Kosygina erste Ziegelsteine gefallen. Mit der Zeit weiteten sich die Risse aus. Gegen 20 Uhr wurde beschlossen, das 20-stöckige Gebäude zu evakuieren, da sich auf Höhe der 12. und 13. Etage Risse und Beulen bereits um das ganze Haus zogen.
Von Drehleitern der Feuerwehr aus wurde der Schaden begutachtet und lockere Steine abgeschlagen. Wie sich alsbald herausstellte, war die tragende Betonkonstruktion des Gebäudes nicht beschädigt. Es bröckelte lediglich die aus Ziegelsteinen außen aufgesetzte helle Verkleidung ab.
Und plötzlich war es Sommer
Ursache des Problems war nach Angaben des Katastrophenschutzes wohl die gestern recht unvermittelt auftretende sommerliche Hitze: Am Abend war das Thermometer in St. Petersburg auf 28 Grad gestiegen. Dieser Temperaturschub führte offenbar zu einer Deformation der nicht gerade solide ausgeführten Außenwand.
Nach etwa drei Stunden wurden die Bewohner wieder in ihre Wohnungen gelassen, als klar war, dass keine Einsturzgefahr besteht.
Neubau bereits baufällig
Nun soll eine Kommission klären, wie mit dem verpfuschten Gebäude weiter verfahren werden soll. Klar ist, dass zu ebener Erde Absperrungen und Schutzvorrichtungen über den Eingängen errichtet werden müssen,
Auch heute soll es in St. Petersburg mit 25 Grad wieder – für Mitte Mai – untypisch warm werden.