Von den 52 Abgeordneten der Gesetzgebenden Versammlung stimmten 37 für den am Vortag vom russischen Präsidenten Dmitri Medwedew als Nachfolger für Valentina Matwijenko bestimmten Georgi Poltawtschenko; fünf Deputierte enthielten sich der Stimme.
Der wichtigste Posten im Leben Damit steht der ehemalige Präsidentenbevollmächtigte im Zentralen Föderationskreis für die nächsten fünf Jahre an der Spitze der Petersburger Stadtregierung. Ob die Frist noch länger wird, sollten die Einwohner entscheiden, sagte er nach der Abstimmung vor Journalisten.
Auf jeden Fall wolle er in Petersburg wohnen blieben: „Ich werde in Petersburg bleiben, solange ich lebe.“ Den Gouverneurs-Posten bezeichnete er als „sehr große Verantwortung“: „Mag sein, er ist der wichtigste Posten in meinem Leben.“
Über eventuelle personelle Veränderungen in seiner Regierungsmannschaft habe er noch nicht nachgedacht. Möglicherweise werde es einige Verschiebungen geben, aber „alle sind kompetente und intelligente Leute“.
Über Eiszapfen, Fundamente und Kommunalwohnungen Petersburgs dringendste Probleme sind laut Poltawtschenko die Vorbereitung auf den Winter, das Verkehrswesen, die Kommunalwirtschaft und Soziales. Ein Journalist fragte, wie er „gegen die Eiszapfen kämpfen wolle“. Poltawtschenko fasste sich kurz und sagte: „Gnadenlos!“
Auf föderaler Ebene will der neue Gouverneur ein Sonderprogramm zur Erhaltung des kulturellen Erbes von St. Petersburg durchsetzen. Zu seinen Plänen gehört auch ein Programm zur Stabilisierung der Gebäudefundamente in der Innenstadt, um die historische Bebauung zu erhalten.
Dies könne Petersburg aber nicht allein bewerkstelligen: „Für diese Arbeiten sind ernsthafte Mittel nötig, im Alleingang schafft die Stadt das nicht.“
Auf die schon traditionelle Frage, wie das Problem der Gemeinschaftswohnungen aus der Welt zu schaffen sei, gab Poltawtschenko einen kleinen Einblick in die eigene Vergangenheit: „Ich habe zehn Jahre in einer Kommunalka gewohnt und weiß deshalb, wie das ist, wenn es nur eine Toilette für fünf bis sechs Familien gibt. Bei uns war die Toilette sogar in der Küche.“
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