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Freitag, 09.10.2009
Noch nicht aller Tage Abend: Gazprom-City in der Kritik
St. Petersburg. Am Samstag gibt es eine Kundgebung gegen den Bau des 400 Meter hohen Wolkenkratzers an der Newa, das Kulturministerium alarmiert die Staatsanwaltschaft. Die Hälfte der Petersburger ist gegen das Projekt.
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Erstmals in ihrer Amtszeit stößt die Petersburger Gouverneurin Valentina Matwijenko auf den Widerstand ihrer „Untergebenen“. Die Entscheidung, den Bau eines 400 Meter hohen Wolkenkratzers unmittelbar neben der historischen Innenstadt zu genehmigen, stößt auf immer mehr Widerstand.
Am morgigen Samstag wird ab 12 Uhr vor dem Sportpalast „Jubilejny“ eine Kundgebung gegen die gigantomanischen Pläne des Gasriesen Gazprom stattfinden. Zu dem Meeting rufen mehrere Bürgerinitiativen und politische Parteien auf.
Jetzt reagiert auch das russische Kulturministerium: Laut Minister Alexander Awdejew verstößt die Genehmigung gleich in mehreren Punkten gegen die russische Gesetzgebung. Ein entsprechendes Gutachten des Ministeriums ist auf dem Weg in die Petersburger Staatsanwaltschaft.
„Ich als Kulturminister bin gegen den Bau eines solchen Turms, und meine Meinung teilen auch andere Mitarbeiter des Ministeriums“, sagte Awdejew laut dp.ru. „Wir werden entschlossene Maßnahmen ergreifen, um die Errichtung des Wolkenkratzers zu verhindern. Der Bau würde das historische Aussehen der Stadt verderben.“
Petersburger wollen Stadtpanorama erhalten Das Meinungsforschungsinstitut WZIOM hat derweil die betroffenen Bürger befragt. Genau die Hälfte der Petersburger spricht sich in der Umfrage gegen den Bau des Gazprom-Turms aus, sogar 77 Prozent sind dagegen, das klassische Stadt-Panorama zu verletzen.
Für das „Ochta-Center“ sind 23 Prozent der Petersburger, im betroffenen Stadtteil sind es 35 Prozent. Das ist nicht verwunderlich, denn diese Menschen versprechen sich von dem grandiosen Neubau einen Ausweg aus der depressiven Gesamtsituation im Krasnogwardejski-Stadtbezirk.
Bei aller Kritik zeigt die Umfrage jedoch, abgesehen vom konkreten Fall Ochta-Center, eine positive Tendenz: 58 Prozent der Befragten befinden, das architekto- nische Aussehen der Stadt wäre in den letzten zehn Jahren besser geworden. Eine negative Tendenz machen nur 26 Prozent aus.
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