Nordwestwind: Damm bewahrt Petersburg vor Hochwasser
St. Petersburg. Es ist Herbst, also traditionell Zeit für die Newa, über die Ufer zu treten. In Petersburg weht seit gestern eine sehr steife Brise aus Nordwest; der Hochwasserschutzdamm verhindert eine Überschwemmung.
Der kürzlich fertiggestellte Hochwasserschutzdamm im Finnischen Meerbusen vor St. Petersburg hat sich in einer kritischen Situation bewährt. Die heran rollende Wasserwelle aus der Ostsee, die das Newawasser am Herausfließen hindert und damit zum Steigen bringt, konnte durch Schließen der Dammtore gebändigt werden.
20 Zentimeter unter der kritischen Grenze
Der starke Nordwestwind hat in Petersburg in der Nacht auf Montag mehrere Bäume und Werbeschilder umgeworfen und Dächer abgedeckt. Kurz nach Mitternacht waren die Wasser- und Schifffahrtstore am Damm geschlossen worden.
Das Wasser stieg im Endeffekt auf 144 Zentimeter über Normal, gemessen am Bergbauinstitut auf der Wassili-Insel. Das sind 20 Zentimeter unter der „kritischen Grenze“ von 160 Zentimetern, die in Petersburg als Beginn eines Hochwassers gilt.
Das Wasser steigt morgen wieder
Um 9.40 Uhr wurden die Durchlässe im Damm wieder geöffnet, um das Newawasser, das sich inzwischen aufgestaut hatte, abfließen zu lassen. An der „Wasserfront“ ist also Entwarnung angesagt. Der Wind wütet dagegen weiter. An mehreren Stellen der Stadt hat der Katastrophenschutz als vorbeugende Maßnahme Werbeschilder abmontiert.
Die nächste Hochwassergefahr droht aber bereits Dienstagmorgen. Ab sechs Uhr soll der Pegel wieder mindestens auf 140 Zentimeter ansteigen.