Es ist kein Jubiläum, zugegeben. Und doch gibt es jede Menge zu sehen – sowohl im Stadtzentrum als auch in allen Stadtbezirken. Das Fest konzentriert sich aber traditionell an den bekanntesten Plätzen – auf dem Newski Prospekt und dem Schlossplatz vor der Eremitage.
Es geht gemächlich los Am Freitag ging es, wie üblich, gemächlich los: Um 10.30 Uhr legten die Honoratioren der Stadt, angeführt von Gouverneurin Matwijenko, am Denkmal für Stadtgründer Peter I., dem "Ehernen Reiter", Blumen nieder.
Bis zum Abend dürfen die Bürger ruhig ihrer Arbeit nachgehen, aber um 22.50 Uhr wird es dann richtig laut: Von der Landspitze (Strelka) der Wassili-Insel ertönt ein großes Festfeuerwerk.
Motorradcross, Karneval und Theater Am Samstag, dem zentralen Festtag, startet um 12 Uhr eine 1.000 Maschinen starke Motorradkolonne vom Platz des Aufstandes und defiliert den Newski Prospekt entlang, gefolgt von Skatern und Jumpern. Ihnen folgt ein großer Karnevalsumzug, der um 12.40 Uhr am Palast der Jugend beginnt.
Um 13.30 Uhr wird auf dem Schlossplatz das Fest offiziell eröffnet. Ab da gibt es Zirkus, Straßentheater und Musik satt, bis um 23 Uhr am Abend. Gruppen aus 20 Ländern stellen auf verschiedenen Bühnen auf dem Platz selbst und den Newski entlang ihre Kunst vor.
ER scheitert mit Gratulationsplakaten Am Sonntag verlegen sich die Feiern auf dezentrale Veranstaltungsplätze in den Stadtbezirken. Damit klingt das diesjährige Geburtstagsfest von St. Petersburg aus. Es hatte nicht einmal begonnen, schon gab es einen Skandal.
Die Kreml-Partei „Einiges Russland“ klebte im Vorfeld in der ganzen Stadt große „Gratulationsplakate“, auf denen berühmte Bürger der Stadt zu sehen waren, u. a. die DichterInnen Anna Achmatowa, Olga Bergholz, Alexander Blok und Joseph Brodski, der Schauspieler Kirill Lawrow, der Sänger Viktor Zoi und der Komponist Dmitri Schostakowitsch.
“Unmoralisch“ oder „sozial nützlich“? Nach Protesten von Nachkommen der „Porträtierten“ musste ER die Plakate abnehmen. So hatte Lawrows Tochter die Aktion als „unmoralisch“ bezeichnend. Wjatscheslaw Makarow, Fraktionschef der Putin-Partei im Petersburger Parlament, versteht dies nicht:
Es tue ihm leid, dass die Plakate verschwinden mussten, sagt er. Das sei doch „eine belehrende, erzieherische und sehr nützliche soziale Werbung“ gewesen. Dass ER damit „Schleichwerbung“ vor den Wahlen im Dezember betrieb, sagt er nicht.
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