Petersburger Opposition will über den Newski ziehen
St. Petersburg. Am 4. Februar soll nicht nur in Moskau, sondern auch in St. Petersburg ein großer Demonstrationszug für ehrliche Wahlen stattfinden. Die Oppositionellen wollen dabei über den Newski Prospekt marschieren.
Petersburger Kreml-Kritiker haben heute ihre geplante Demonstration bei der Stadtverwaltung angemeldet. Innerhalb von drei Tagen muss die Behörde den Antrag bearbeiten.
Darf die Opposition auf die 1.-Mai-Route?
Wie Olga Kurnossowa von der „Vereinigten Bürgerfront“ erklärte, wurde eine Zahl von 10.000 Teilnehmern angegeben. Die Route des Zuges soll vom Konzertsaal Oktjabrski über den Wosstanija-Platz den Newski herunter und dann auf den Isaaks-Platz führen.
Die Organisatoren rechnen aber damit, dass der Smolny diese Route zunächst einmal ablehnt. Sie entspricht den Marschwegen bei den traditionellen Demonstrationszügen zum 1. Mai. Bisher hat die Petersburger Stadtverwaltung immer dafür Sorge getragen, dass Demos von nicht systemkonformen Kräften nicht über den zentralen Newski Prospekt ziehen dürfen.
In Moskau fünf Mal mehr Demonstranten erwartet
In Moskau ist für den gleichen Tag, genau einen Monat vor der Präsidentenwahl, eine Demonstration mit 50.000 Teilnehmern angemeldet worden. Wie die Organisatoren berichteten, verhandeln sie gegenwärtig mit der Stadtverwaltung über die Route.
Moskaus Stadtväter würden sich dabei relativ kooperativ zeigen. Allerdings wollten sie verhindern, dass die Demo wie beantragt zum Teil über den stark befahrenen Gartenring in der Innenstadt führt.
Mit den Demonstrationen am 4. Februar wollen die Wahl-Kritiker und Putin-Gegner die Protestbewegung vom Dezember wieder aufnehmen. Zu zwei ungewöhnlich großen und absolut friedlichen Kundgebungen waren in Moskau jeweils mehrere zehntausend Menschen gekommen.