Fast zwei Jahre lang musste die heute 17 Jahre alte Olessja die sexuelle Gewalt seitens ihres Stiefvaters ertragen. Das Schlimmste darin ist vielleicht: Ihre Mutter duldete den Missbrauch nicht nur, sie förderte ihn sogar. „Ich wollte die Familie erhalten“, begründet sie ihr Verhalten heute.
Olessja war 15, als ihre Mutter sich von ihrem Vater trennte und eine Beziehung mit einem anderen Mann begann. Schon bald musste Olessja sich vor Nikolai, dem Freund ihrer Mutter, ausziehen, später mit ihm schlafen.
Eine Dreierbeziehung Zuerst war die Mutter entsetzt, aber ihren Angaben zufolge stellte Nikolai das Ultimatum: Entweder bringt sie Olessja dazu, mit ihm Sex zu treiben, oder er geht. Schließlich lag die „Familie“ sogar zu dritt im Bett.
Nikolai, der auch heute nicht einsieht, was er falsch gemacht hat, erklärt seine Handlungen damit, dass er „nur nach der Berührung des jungen Körpers seine ehelichen Pflichten erfüllen konnte“. Den Sex zu dritt fotografierte und filmte das Paar und stellte ihn dann ins Internet.
Mutter verkauft Sexdienste ihrer Tochter Weiter, schlimmer: Im November 2008 begeht Olessja aus Verzweiflung einen Selbstmordversuch, weil sie „das Unmoralische und Abnorme in den familiären Beziehungen“ nicht mehr ertragen kann, steht in den Ermittlungsakten geschrieben.
Sie schlitzt sich den Bauch auf und musste ins Krankenhaus. Kaum entlassen, geht die Tortur weiter. Anfang 2009 wurde alles noch schlimmer – die Mutter brachte einen Mann namens Viktor mit nach Hause und zwang Olessja, ihm „Liebesdienste“ zu erweisen. Dafür kassierte sie 1.500 Rubel.
Viktor kam danach einmal im Monat. Später sagte er aus, er wäre überzeugt gewesen, dass das Mädchen zu dem Zeitpunkt schon 16 gewesen sei.
77 Anklagepunkte Im März war Olessja schwanger; die Mutter fuhr mit ihr zur Abtreibung. Dann lief Olessja von zu Hause weg. Die Miliz, gerufen von der Mutter, fand sie schließlich bei einem Bekannten. Zu dem Zeitpunkt erfuhr noch niemand die wahren Gründe für Olessjas Verhalten.
Aber im September 2009 ging sie schließlich selbst zur Miliz. Jetzt sind die Ermittlungen abgeschlossen, die Aufnahme des Verfahrens vor Gericht steht kurz bevor. Olessjas Mutter und ihr Freund müssen sich in 77 Punkten verantworten, darunter Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen.
Artjom Bakonin, der Anwalt der Klägerin, sagte am Mittwoch gegenüber der Petersburger Internetzeitung Fontanka.ru, das Material sei schockierend in seinen Einzelheiten. „Das Mädchen ist durch die Hölle gegangen“, fügt er hinzu. „Ihre größte Tat ist, dass sie den Mut besessen hat, zur Miliz zu gehen“.
Die Angeklagten sind in Haft, sie wurden für zurechnungsfähig erklärt. Sie streiten nicht ihre Taten nicht ab, mehr noch – sie empfinden sie offensichtlich als völlig normal. Dies wollten sie auch Olessja einreden, aber das Mädchen wollte sich mit so einem „normalen“ Leben nicht abfinden.
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