Revier-Vizechef pinkelt halbnackt an eigene Bürotür
St. Petersburg. Um die russische Miliz/Polizei gibt es reichlich Skandale: Dass allerdings ein Vize-Revierchef entkleidet auf den Büroflur pinkelt, erscheint selbst in Russland unglaublich. Doch es gibt Videobilder.
Auf you-tube wurde eine Videoaufzeichung einer Überwachungskamera veröffentlicht, die nach Angaben des anonym bleibenden Einstellers einen Büroflur in der Polizeiwache von Lomonossow bei St. Petersburg zeigt.
Held des von fröhlicher Musik unterlegten „Kompromats“ aus mehreren Abschnitten ist der Vizechef des Polizeipostens – erklärt jedenfalls der Schöpfer des Werkes, bei dem es sich ganz offensichtlich um einen Kollegen handeln muss, der Zugriff auf die Videodaten hatte.
Den Flur im Büro mit dem Klo zuhause verwechselt
Zunächst ist der Revier-Vize zu sehen, wie er in Zivil und sichtlich schwankenden Schrittes ein Büro aufschließt und darin verschwindet. Einige Zeit später erscheint er wieder im Blickwinkel der Kamera – bis auf die Unterhose entkleidet.
Doch damit nicht genug: Der Held des Sujets erleichtert sich an Ort und Stelle an der Flurwand und hinterlässt eine eindrucksvolle Pfütze auf dem Boden vor seinem Büro, in das er dann wieder verschwindet.
Polizisten erleben ja viel im Dienst - aber das ...
Gelegentlich sind andere Personen zu sehen, die ihre Zimmertüren öffnen oder in den Flur einbiegen – und erschreckt ob dieser Szene wieder den Rückzug antreten.
Schließlich finden sich Personen in Zivil und in Uniform, die angesichts der Lache in das dahinter liegende Büro spähen – und erschreckt ob des dortigen Anblicks (den die Kamera nicht erfasst) ebenfalls wieder das Weite suchen. Letztlich verlässt der wieder angekleidete Mann sein Büro in Begleitung eines Kollegen.
Die Petersburger Polizeiverwaltung teilte mit, dass sie zunächst die Echtheit des Videos prüfen werde - Zeugen müssten ja genug vorhanden sein. Auch versucht man herauszufinden, wer diese ehrenrührigen Szenen ins Internet gestellt hat.
Polizei-Chef: Sauberkeit oberstes Gebot
Erst gestern hatte der neue Petersburger Polizeichef Michail Suchodolski bei einem Appell der Ordnungshüter auf dem Schlossplatz erklärt, „Wohlanständigkeit und Sauberkeit“ seien wesentliche Eigenschaften eines russischen Polizisten.
Gegenwärtig läuft in Russland die Umbenneung der verrufenen einstigen "Miliz" in "Polizei", die auch von organisatorischen Reformen und einer Filterung des Personals begleitet wird. Charakterlich nicht geeignete Beamte sollen dabei ausgesiebt werden.
Es ist nicht der erste Skandal um einen am falschen Platz – und vor allem vor laufender Kamera - pinkelnden Beamten in den Reihen der russischen Polizei.
Mäneken Pis haben als Polizisten ausgedient
Im Juni war in Woronesch ein Verkehrspolizist entlassen worden, der in offenbar ebenfalls stark angetrunkenen Zustand an einem Busbahnhof sein Geschäft verrichtete. Anschließend ließ sich der Uniformierte erschöpft in ein Auto fallen.
2009 trug eine Pinkelszene dazu bei, dass der Polizeichef eines ganzen Petersburger Stadtteils seinen Job verlor: Er hatte vor den Augen der anderen Gäste in einem japanischen Restaurant auf den Fußboden uriniert.