Sechs Tote bei Unwetter: Trauriges Ende der Sommerhitze
St. Petersburg. Die Rekord-Sommerhitze in Petersburg endete gestern Abend in einem furiosen Gewitter mit Regengüssen und Sturmböen. Im Leningrader Gebiet richtete das Unwetter viele Schäden an, leider gibt es sogar Tote.
Die Erlösung für die hitzegebeutelten Petersburger kam am Donnerstagabend um viertel vor elf. Tagsüber war es klar und heiß gewesen wie seit Wochen schon – der zu Ende gehende Juli wird von den Meteorologen bereits als heißester Monat in der Geschichte Petersburgs angesehen.
Am Abend kamen dann Wolken auf, und die entluden sich schließlich in einem Sturzregen der Sonderklasse. Viele Menschen, die zu der späten Stunde noch unterwegs waren, ließen sich mit großem Vergnügen pudelnass regnen, manche tanzten und sangen sogar auf den Straßen.
Umfallende Bäume töten sechs Menschen
So weit, so gut. Petersburg kam bei der plötzlichen Sintflut gut davon, denn außer ein paar Stromausfällen in einem Neubaugebiet im Süden der Stadt und etwa 20 umgefallenen Bäumen war die durchweichte Kleidung das einzige Minus, das die durchregnete Nacht erbrachte.
Im Leningrader Gebiet tobte in der Nacht dagegen ein richtiges Unwetter. Besonders schlimm erwischte es das Priosersker Gebiet im Norden. Dort wurden hunderte Bäume entwurzelt, was wiederum in vielen Orten zu Stromausfällen führte.
Bei Priosersk fanden Helfer dann auch an verschiedenen Stellen die Leichen von sechs Menschen, unter ihnen sind auch Kinder. Sie wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Alle Opfer sind Petersburger, die im Leningrader Gebiet Urlaub machten. Laut dem Stadtinternetportal Fontanka.ru soll es auch mehrere Verletzte geben.
Ferienlager schachmatt gesetzt
Wegen Stromausfall soll bei Priosersk jetzt ein Kindersommerlager evakuiert werden. Während die Notversorgung mit Wasser gewährleistet ist, sind die Stromleitungen vorerst völlig außer Gefecht. Rund um das Lager liegen umgestürzte Bäume auf den Anfahrten, es gibt Beschädigungen an mehreren Gebäuden.
In dem Ferienlager halten sich zurzeit 67 Kinder zwischen sechs und 15 Jahren auf. Sie sind erst gestern angereist. Die Lagerleitung berät zurzeit, wie sie die Kinder aus dem untauglich gewordenen Lager evakuieren kann.
Erhebliche Behinderungen im Zugverkehr
Nach der Unwetternacht kommt es im Leningrader Gebiet zu erheblichen Behinderungen im Zugverkehr. 20 Personenzüge haben zwischen fünf und 14 Stunden Verspätung. Wegen abgerissener Oberleitungen werden sie mit Dieselloks bewegt und über Reservestrecken geleitet.
Betroffen sind auch einige Fernzüge, so etwa die Verbindungen Petersburg- Jaroslawl, Petersburg-Petrosawodsk, Petrosawodsk-Moskau, Moskau- Murmansk/Murmansk-Moskau, Wologda-Petersburg, Jekaterinburg-Petersburg, Charkow-Murmansk.