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Der Protest im Petersburger Hafen hielt den Atom-Frachter nicht auf (Foto: greenpeace.org)
Dienstag, 13.04.2010

SPB: Greenpeace-Aktion gegen Atomtransport im Hafen

St. Petersburg. Greenpeace-Aktivisten haben im Petersburger Hafen gegen den Import von französischen Atomabfällen protestiert. Ein Schiff mit 650 Tonnen abgereichertem Uran konnte aber unbehelligt anlegen.

Greenpeace-Anhänger hängten ein 20 Meter langes Transparent mit der Aufschrift „Stop“ und dem Atom-Symbol an den monumentalen Schriftzug „Leningrad“ an der Hafeneinfahrt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Einfahrt wurden Banner mit der Aufschrift „Russland ist keine Müllkippe“ auf russisch und französisch aufgehängt.

Frachter nicht aufgehalten, Greenpeacler aber schon


Schlauchboote der Umweltorganisation begleiteten den Frachte „Kapitan Kuroptew“ in den Hafen. Von Versuchen das Schiff zu stoppen, berichtet Greenpeace auf seiner Webseite nicht. Die Aktivisten wurden allerdings von der Verkehrspolizei und Beamten in Zivil aufgehalten, als sie die Halbinsel an der Hafeneinfahrt wieder verlassen wollten. Nach Überprüfung der Personalien und einem „aufklärenden Gespräch“ seien sie aber entlassen worden.

Greenpeace hatte mit einer Bahnblockade vor dem Hafen von Le Havre sowie einer Aktion in der Nordsee versucht, den Frachter aufzuhalten.

Entsorgung wird als Aufarbeitung deklariert


Nach Darstellung der Organisation ist ein Abkommen zwischen dem französischen Atom-Unternehmen Areva und Rosatom über die Aufarbeitung des Uranhexafluorids in Wirklichkeit ein Weg, den gefährlichen Atomabfall in Russland zu entsorgen. Nur etwa 10 Prozent des Materials würden wieder zurückgebracht, der Rest bliebe in Sibirien unter freiem Himmel gelagert.

Ein Indiz für den Abfall-Charakter des sog. UF6 sei, dass Russland das als „wertvollen Rohstoff“ bezeichnete Material „zum Preis von Toilettenpapier“ in Frankreich ankaufe, so die russische Greenpeace-Webseite.

Der Import von Atomabfällen ist auch nach russischem Gesetz verboten. Laut Grenpeace ist der Stoff hochgefährlich. Er verbinde sich mit Wasser zu potenziell tödlicher Flusssäure. Dafür genüge schon Luftfeuchtigkeit.

Seit 2006 hat Areva 33.000 Tonnen des Materials nach Russland transportiert. Die Verträge über die Transporte würden bis 2014 laufen.


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