Stapellauf des neuen Marinemuseums am Krjukow-Kanal
St. Petersburg. Der Umzug des Marinemuseums aus der alten Börse an der Strelka kann beginnen: Als neue Heimstatt der Sammlung sind die renovierten Krjukow-Kasernen gegenüber von Neu-Holland bezugsbereit.
Lange Jahre war der riesige Ziegelbau an der Ecke des Krjukow-Kanals und der Moika eines der vielen Alt-Objekte in St. Petersburg, die einfach für nichts und niemand zu gebrauchen schienen. Anders als beim benachbarten Neu-Holland ist für die Krujkow-Kasernen die Perspektive jetzt klar: Hier wird alsbald das Marinemuseum einziehen, das momentan noch den prächtigen Tempelbau der Börse auf der Strelka einnimmt.
Heute wurde das Gebäude nach Abschluss der Sanierungs- und Umbauarbeiten feierlich eingeweiht – und damit das neue Marinemuseum vom Stapel gelassen. Denn noch steht der nicht einfache Umzug der riesigen Kollektion von Booten und Schiffsmodellen bevor.
Asketische Architektur soll Ausstellung betonen
Im langgestreckten Hof zwischen den beiden Kasernenflügeln wurde ein 1.000 Quadratmeter großes Atrium in lakonisch-modernem Stil eingezogen. Besondere bauliche Akzente wurden dabei nicht gesetzt, betonten die Bauverantwortlichen: Blickfang sollen hier die Exponate der Flotten-Sammlung werden. Auch fand sich in dem neuen Museumskomplex Platz für eine Bibliothek und zwei Kinosäle.
Marinemuseum sollte Ölbörse weichen
Originellerweise ist der Auslöser des Museumsumzuges mittlerweile wohl nicht mehr aktuell: 2006 wurde vom damaligen Präsidenten Wladimir Putin beschlossen, eine russische Ölbörse in St. Petersburg zu gründen. Wohl um deren Bedeutung zu unterstreichen, wurde beschlossen, sie im alten Gebäude der Börse auf der Strelka, der Landspitze der Wassili-Insel, unterzubringen.
Das dort befindliche Marinemuseum brauchte demnach einen neuen Standort. Zuerst war von einem Umzug in die Admiralität die Rede, dann von einem Neubau am anderen Ende der Insel, an der Mündung der Smolenka.
Schließlich fand sich die Lösung in einer Umwidmung des – wie das Museum auch – dem Verteidigungsministerium gehörenden historischen Kasernenkomplexes am Krjukow-Kanal. Das passt auch historisch, denn einst diente dieser auch als „Flotten-Equipage“.
Wie bei derartigen Projekten üblich dauerte alles etwas länger: Ursprünglich war von einer Museumseröffnung am neuen Standort im Herbst 2009 die Rede.
Eremitage statt Öl-Business auf der Strelka?
In der Zwischenzeit ist die Idee der Ölbörse auf der Strelka aber nicht mehr unbedingt Stand der Dinge: „Die Börsianer wollen das nicht, sie sagen, für den modernen elektronischen Handel brauchen sie kein solches Gebäude“, so Gouverneurin Valentina Matwijenko.
Die Entscheidung, was nun nach dem Museumsumzug aus der alten Börse werden soll, liege aber beim Hausherrn, der Regierung in Moskau.
Als Alternative ist nun von einer Übergabe des Börsenbaus an die Eremitage die Rede – sie liegt schließlich an der Newa gleich schräg gegenüber. Zunächst einmal wird die Eremitage jedenfalls fachkundig beim Umzug der Marine-Exponate helfen.