2,16 Milliarden Rubel (54 Millionen Euro) soll die Instandsetzung der einstigen Lieblingsresidenz von Kaiser Alexander I. am Ufer der Kleinen Newka auf der Krestowski- (Kreuz-) Insel kosten. Die Aufgabe des Auftragsnehmers, der am 25. August 2011 ausgewählt wird, ist die originalgetreue Wiederinstandsetzung der historischen Interieure.
Alt und neu Allein für die Neuschaffung der Parkettböden aus Alexanders Zeiten werden an die 100 Millionen Rubel benötigt. Wiederhergestellt werden unter anderem der Salon, das Speisezimmer, das Schlafgemach, das Arbeitszimmer, der Musiksaal, das Billardzimmer, die Bibliothek und die Bemalung in den Korridoren.
Zum Teil werden die Räume mit historischen Möbelstücken ausgestattet, die einst zur Sammlung des Kamennoostrowski-Palastes gehörten. Allein die Restaurierung der beiden Kronleuchter im Schlafgemach und im Speisezimmer kostet zehn Millionen Rubel.
Auch der große Garten auf dem 7.000 Quadratmeter großen Grundstück wird auf Vordermann gebracht – dort werden Standbilder und Lauben aufgestellt; im ehemaligen Küchentrakt wird ein Hotel für Gäste mit 30 Apartments und ein Bankettsaal eingerichtet.
Zweiter Versuch Laut der Petersburger Projektionsfirma „Intarsia“, die den Entwurf für die Restaurierung geliefert hat, ist der Gebäudekomplex auf der Kreuzinsel im Norden ungeachtet vieler Mängel „ganz gut erhalten“. Zwar müssten Dach und Fundament verstärkt werden, aber im Inneren sehe es besser aus:
„Am besten ist der Dekor der Galasäle im Palast erhalten geblieben; dort gibt es Fragmente der künstlerischen Ausstattung aus dem Ende des 18. und vom Beginn des 19. Jahrhunderts“, heißt es in einem Untersuchungsbericht, den das Petersburger Internetportal fontanka.ru zitiert.
Bereits 2008 war eine „kosmetische Renovierung“ des Gebäudes, in dem zuletzt ein Erholungsheim für Angehörige der Luftstreitkräfte untergebracht war, vorgenommen worden. Dann entschied sich die Stadt zur umfassenden Sanierung, deren Kosten auf 350 bis 400 Millionen Rubel veranschlagt wurden. Wegen der Krise war das Vorhaben damals nicht umgesetzt worden.
Auf der Suche nach einer Residenz Jetzt sind für die Arbeiten 27 Monate veranschlagt worden – bereits 2013 soll der Gouverneur von St. Petersburg seine neue Residenz beziehen können. Bisher finden die vielfältigen Empfänge von Gouverneurin Valentina Matwijenko dezentralisiert in verschiedenen historischen Gebäuden statt – unter anderem im Marmorpalais an der Newa.
Seit 2006 bemühte sich die Petersburger Stadtregierung um den Erwerb des Palastes auf der Kreuzinsel. Residieren wird dort allerdings schon nicht mehr Matwijenko, die ihren Posten als Gouverneurin aufgibt. Diese Ehre wird dem neuen Gouverneur zuteil, dessen Namen jetzt noch niemand kennt.
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