Gemeint sind da die kommenden acht Tage. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Sonne schon seit geraumer Zeit ungehindert auf die nördliche Hauptstadt niederstrahlt, ist das schöne Wetter gefährlich rekordverdächtig – so schön ist es hier am Stück höchst selten.
Schlimme Zeiten für Finger, Zehen und Nase Nur haben die Petersburger nicht viel von den Sonnenstrahlen, zumindest nicht draußen auf der Straße. Natürlich ist es schön, weil es nach den langen dunklen Nächten endlich wieder richtiges Licht gibt. Sogar die Vögel singen schon und künden vom nahenden Frühling.
Die haben gut singen, die Vögel – wenn bei 20 Grad Frost und steifer Brise die Luftfeuchtigkeit bei 97 Prozent liegt, wird die Fortbewegung draußen zur Tortur. Drei Minuten unterwegs: Die Fingerkuppen brennen vor Kälte. Ein paar Minuten an der Haltestelle gestanden: Die Zehen sind Eisklumpen und die Nasenspitze ist gefühlt längst abgefroren.
Wir wären jetzt gern in Sibirien Ach, würden wir doch in Sibirien leben, mag da so mancher seufzen. Seltsam? Keineswegs, denn dort ist die Kälte trocken und deshalb leichter zu ertragen. Wenn in Petersburg 20 Grad „Miese“ herrschen, fühlt sich das nämlich an wie mindestens minus 50, und das geht an die Schmerzgrenze. Im wahrsten Sinne des Wortes: siehe Finger, Zehen und Nasen.
Petersburg vor Kälterekord? Es könnte allerdings noch schlimmer kommen, als es eh schon ist: Die Petersburger Wetterfrösche schließen nämlich einen Kälterekord nicht aus. Im Osten des Leningrader Gebiets gehen die Temperaturen an manchen Stellen auf knapp 40 Grad Frost zurück.
Und auch Petersburg könnte den Rekord von 1921 brechen. Vor 90 Jahren herrschte am 18. Februar eine Kälte von 27,7 Grad.
Das Gegenstück zum heißen Sommer Was jetzt passiert, ist sozusagen die Kehrseite des superheißen Sommers im letzten Jahr. Da war ein Wärmerekord nach dem anderen gepurzelt; zwei Monate lang hielt sich die Affenhitze an der Newa.
Ein Gutes hat die Hundekälte allerdings: Es hat aufgehört zu schneien, und die Petersburger können sich erholen von dem Ärger über die Kommunaldienste, die den Schnee nicht vernünftig räumen können. Glatt bleibt es aber natürlich trotzdem.
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