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Die Japaner können nicht richtig vergessen, dass es die Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki gegeben hat (Foto: Archiv)
Montag, 22.12.2008

Friedensnobelpreis-träger empfahl USA Atomwaffeneinsatz

Tokio/Moskau. Bisher erschüttern die Berichte vor allem Japan. Aber die Wellen des publizistischen Erdbebens dürften bald auch Peking, Moskau und Westeuropa erreichen. Japan hat den USA Atombombeneinsatz gegen China empfohlen.

Aufmacher der meisten japanischen Zeitungen am Montagmorgen waren Enthüllugen aus den Archiven des japanischen Aussenministeriums. Demnach hatte der japanische Premierminister Sato bei einem Washington-Besuch im Januar 1965 dem damaligen US-Verteidigungsminister McNamara naheglegt, im Notfall gegen China einen Atomschlag von US-Marineschiffen aus zu führen.

Außerdem hatte Sato -den veröffentlichten Dokumenten nach zu urteilen- McNamara ausserdem empfohlen, amerikanische Atomwaffen notfalls auch nach Japan zu schaffen, auch wenn das der japanischen Regierungspolitik widerspreche.

Friedensnobelpreis für konsequente Anti-Atompolitik - vor den Kulissen


Interessanterweise hatte eben dieser Premierminister Eisaku Sato 1974 den Friedensnobelpreis dafür bekommen, dass er die Deklaration über die drei Anti-Atom-Prinzipien Japans formuliert hatte: Japan werde Atomwaffen nie produzieren, nie importieren und nie besitzen.

Der japanische Regierungssprecher Takeo Tavamura (Tawamura) versicherte heute in einer Stellungnahme, die Bitte Satos habe seinerzeit eigentlich nur "unterstreichen sollen, dass das amerikanische Atompotential die Gefahr eines Atomangriffes auf Japan aufhalte." Es seien auch nie US-Atomwaffen nach Japan geschafft worden, da die USA nie darum gebeten hätten.

Die Veröffentlichung der Dokumente dürfte trotzdem der Glaubwürdigkeit der japanischen wie der amerikanischen Diplomatie nicht besonders zuträglich sein - weder in China, noch in Indien oder Russland.

Auch die Versicherung der USA, ihre geplanten Raketenabwehr-anlagen in Osteuropa seien keineswegs gegen Russland gerichtet, sondern gegen Nordkorea und den Iran, wird vor diesem Hintergrund nicht plausibler.


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