Olympia: Historische Pleite für Russland in Vancouver
Vancouver. Die XXI. Olympischen Winterspiele sind Geschichte. Die nächste Station ist Sotschi im Kaukasus. Doch bei der Generalprobe für die weißen Spiele im eigenen Land war Russland so schlecht wie noch nie.
Good bye Vancouver – auf ein Wiedersehen in Sotschi. Vor über 60.000 Zuschauern hat IOC-Präsident Jacques Rogge die Olympischen Winterspiele für beendet erklärt. Die Olympische Flagge wurde dem Bürgermeister von Sotschi, Anatoli Pachomow, übergeben.
Russen präsentieren Sotschi in Vancouver
Während der Abschlusszeremonie durfte sich der Gastgeber der nächsten Olympischen Spiele schon einmal präsentieren. Auf Großleinwänden sahen die Kanadier russische Eiskunstläufer in Sotschi vor Palmen, Meer und Bergen tanzen und hörten dazu das von Waleri Gergijew geführte Sinfonieorchester, das auf dem Roten Platz in Moskau auftrat. In Vancouver selbst traten die Ballett-Truppen aus dem Bolschoi Theater, dem Mariinski-Theater und eine Truppe aus Nowosibirsk auf.
Schon während der Spiele in Vancouver hatte Sotschi kräftig die Werbetrommel für sich gerührt. Das „Russische Haus“ war nicht nur Treffpunkt für Athleten, Journalisten und VIP-Zuschauer, sondern auch Präsentationsarena für die nächsten Winterspiele.
Tränen auf der Piste, Party im russischen Haus
Mögen die russischen Athleten wegen ihrer Misserfolge auch Tränen vergossen haben, im Russischen Haus wurde kräftig gefeiert. „Jeden Tag ein neues Menü, jeden Tag neue Konzerte“, berichtete der Staatssender „Rossija“.
Die Zeche zahlt am Ende der russische Steuerzahler, auch wenn Dmitri Tschernyschenko, Präsident des Organisationskomitees „Sotschi 2014“ erklärte: „Das russische Haus wurde mit Mitteln von Partnern gemacht. Weder das Organisationskomitee noch das föderale Budget haben dahin investiert.“ Hauptsponsor des Russischen Hauses ist freilich die russische Eisenbahn AG – ein Staatskonzern, der mit Haushaltsgeldern subventioniert wird.
Schlechtes Ergebnis – schlechte Stimmung
Das berichtet der Staatssender „Rossija“ natürlich. In der Heimat ist die Stimmung auch so schon schlecht genug. Präsident Medwedew überlegte sogar kurzfristig, die Reise nach Vancouver aus dem Kalender zu streichen.
15 Medaillen nimmt die Sbornaja mit nach Hause, davon drei goldene, fünf silberne und sieben bronzene. In der Gesamtwertung belegt das Team damit Rang elf.
Hoffen auf den Heimerfolg
So schlecht waren die Russen noch nie. Doch trotz verpatzter Generalprobe hofft Russland auf eine erfolgreiche Premiere als Gastgeber der Olympischen Winterspiele. Kanada hat es vorgemacht – die Organisation der Spiele wurde von internationalen Beobachtern zwar kritisiert, doch die kanadischen Sportler sind Spitze.
Mit 14mal Gold liegt das kanadische Team in der Abschlusswertung vor Deutschland (10 x Gold) und den USA (9 x Gold). Am Ende wurden die Kanadier sogar Olympiasieger im Eishockey – das wollen die Russen in vier Jahren auf jeden Fall auch werden.