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Mittwoch, 02.09.2009
Klimawandel: Schwarzer kandidiert bei Stalingrad
Wolgograd. Ein politischer Klimawandel bahnt sich auch in Russland an. Bei Kommunalwahlen im Gebiet Wolgograd kandidiert ein Schwarzer. Wenn er gewählt würde, werde er für seine Wähler "arbeiten wie ein Neger", verspricht er.
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Nach einem Wahlsieg werder er "von morgens bis abends wie ein Neger arbeiten", versicherte der 37-jährige Joakim Krima aus dem Dorf Srednaja Achtuba im Gebiet Wolgograd (Ex-Stalingrad, Ex-Zaryzin) an der Wolga. Am heutigen Mittwoch wurde Krima offiziell als Kandidat registriert und zugelassen.
Der aus Guinea-Bissao stammende 37-jährige Schwarze hatte die Pädagogische Hochschule in Wolgograd erfolgreich absolviert, arbeitet aber jetzt in dem sowohl krisensicheren wie auch schweren und saisonabhängigen Beruf des Melonenverkäufers.
Joakim Krima versteht sich nach eigenen Angaben selbst als Russe, hat einen russischen Pass und nennt sich - um seinen Kunden die Kommunikation zu erleichtern - selbst "Wassili Iwanowitsch" nach einer bekannten sowjetischen Bürgerkriegs-Heldenfigur.
Politische Rückendeckung hat der sozio-kulturell angepasste Krima auch: er ist Mitglied der Kreml-Partei Einiges Russland - die sich offiziell für den "Dialog der Kulturen" in Russland einsetzt.
Die exotische Kandidatur des "Negers von der Wolga" ist zumindest aus der Ferne ein wesentlich spannenderes Experiment, als die Kandidatur eines Schwarzen für die CDU jüngst in Sachsen.
Schwarze werden in Russland ohne jegliche Hintergedanken und Bedenken immer noch traditionell als "Neger" bezeichnet - auch von Menschen, die keinerlei rassistische Vorbehalte haben. Andererseits aber sind Schwarze oft die Zielscheibe von Neo-Nazi-Angriffen.
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