Blue Wings wurde 2002 gegründet und verfügt derzeit über zehn Airbusse vom Typ A320. 2008 beförderte die Fluggesellschaft 1,1 Millionen Passagiere, vor allem auf Linienflügen zwischen Deutschland und Russland oder auf Charterflügen in Richtung Türkei.
Luftfahrtbehörden holen Blue Wings auf den Boden Ende März hat das Luftfahrt-Bundesamt die Airline allerdings gegroundet. Zur Begründung heißt es, dass „die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens zukünftig nicht ausreichend gesichert sei.“
Zugleich soll eine Untersuchung eingeleitet worden sein, wer der eigentliche Besitzer von Blue Wings ist. Offiziell gehören 48 Prozent der Alpstream AG Zürich, und jeweils 26 Prozent dem Mitbegründer der Airline, Jörn Hellwig, und der in Zypern registrierten Investmentgruppe NIL.
Lebedew wirft Lufthansa und Luftfahrt-Bundesamt Absprachen vor Die Alpstream AG, Zürich gehört dem russischen Milliardär Alexander Lebedew. Unklar ist, wer hinter NIL steckt. Wird Blue Wings als deutsche (oder EU-)Fluggesellschaft eingestuft, so muss sie 3,5 Mio. Euro auf dem Konto hinterlegen, um ihre wirtschaftliche Stabilität nachzuweisen. Gilt sie hingegen als russisch, so kann die Summe auf bis zu 20 Mio. Euro steigen.
„Das Unternehmen hat keine Schulden“, versichert Alexander Lebedew. Für den erzwungenen Stillstand der Airline macht er Lufthansa und das Luftfahrt-Bundesamt verantwortlich und wirft ihnen Absprache vor. „Ich denke, das die deutschen Behörden im Interesse der Lufthansa gehandelt haben. Ziel der Aktion war es, einen sich dynamisch entwickelnden Konkurrenten, unter anderem für Flugrouten nach Russland, vom Markt zu verdrängen“, sagte Lebedew.
Blue Wings für 1 Euro zu haben Daher will er seinen Anteil an Blue Wings nun zum Symbolpreis von einem Euro an Aeroflot abtreten. Der Deal bietet Lebedew einige Vorteile – so ist er Aktionär bei Aeroflot (30 Prozent). „Als Investor in Deutschland habe ich verloren, als Aeroflot-Aktionär gewonnen“, sagte er selbst dazu.
Aeroflot hat zudem die nötige Liquidität, um das Geld vorzustrecken. „Aeroflot kann das Geld für die Fluglizenz leicht aufbringen“, sagte Luftfahrtexperte Boris Rybak (Infomost) Russland-Aktuell. Aeroflot-Manager Lew Koschljakow will den Kauf allerdings noch nicht bestätigen. Das Angebot werde geprüft, sagte er.
Doch Experten vermuten, dass Aeroflot zuschlagen wird. Interesse an einer Europa-Expansion hat die Airline schon lange – zuletzt flog sie bei der Bewerbung um Czech Airlines unfreiwillig aus dem Rennen.
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