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Lukaschenko ist Eishockey-Fan. Aber Skifahren mag er auch, wenn es umsonst ist (offizielles Foto)
Mittwoch, 09.06.2010

Lukaschenkos Alpenurlaub Fall für den Staatsanwalt

Salzburg. Ein Geheimbesuch von Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko 2002 in Österreich hat nun die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Die Behörden wittern Korruptionsgeschäfte.

Er ist der „letzte Diktator“ in Europa. Alexander Lukaschenko genießt keinen guten Ruf in der EU. Jahrelang gab es für ihn ein Kontaktverbot auf Regierungsebene in Europa. Zwischen 2006 und 2008 sogar ein Einreiseverbot. Offiziell war Lukaschenko 2009 das erste Mal seit 14 Jahren wieder in Europa.

Geheimbesuch auf Kosten der österreichischen Wirtschaft


Doch während er wegen seiner diktatorischen Machtausübung offiziell verdammt wurde, wurde er heimlich von österreichischen Geschäftsleuten hofiert.

2002 hat Lukaschenko sich nämlich schon einmal in den Alpen vergnügt. Auf Kosten der österreichischen Wirtschaft. Publik gemacht hat das erst kürzlich der Journalist Erwin Roth. 200.000 Euro soll Lukaschenko mit seinem Gefolge, das offiziell als Delegation des Nationalen Olympischen Komitees fungierte, bei dem Trip verprasst haben.

Privatvergnügen der Lukaschenkos


Zur Delegation zählten u.a. Lukaschenkos Söhne Viktor und Dmitri, seine Geliebte Irina Abelskaja, Parlamentschef Wladimir Konopljow, die damalige Leiterin der Präsidialadministration Galina Schurawkowa und ihr Nachfolger Wladimir Makej sowie dessen Stellvertreterin Natalja Petkewitsch.

Schwarze Kassen für den Diktator


Die Kosten für den Skiurlaub mit Casinobesuch und reichlich Alkohol sowie einen Rettungshubschrauber, weil sich Lukaschenko beim Skifahren verletzte, wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft über die „schwarze Kasse“ des österreichischen NOK finanziert. Das Geld soll allerdings von österreichischen Geschäftsleuten aufgebracht worden sein, insbesondere vom damaligen Chef der Casinos Austria Leo Wallner, der damals auch NOK-Chef war.

Als Gegenleistung hofften die zahlenden Firmen auf Vorteile in Weißrussland – und sie wurden offenbar nicht enttäuscht. Weißrussische Medien berichteten darüber, dass einige große Unternehmen im Land inzwischen unter österreichischem Einfluss stehen, darunter der größte Mobilfunkanbieter Velcom, das Metallurgiekombinat und das Minsker Fahrradwerk.


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