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Deripaska - mal wieder Mafiavorwürfe gegen den Milliardär, der mal wieder dementiert (Foto: TV)
Montag, 19.10.2009

Oleg Deripaska in Spanien unter Geldwäscheverdacht

Madrid/Moskau. Spanische Behörden ermitteln gegen den Milliardär Oleg Deripaska. Die einstige Nummer eins unter Russlands Oligarchen soll laut Fahndern Geld mit Hilfe der Russenmafia gewaschen haben. Deripaska dementiert.

Nach einem Bericht der spanischen Tageszeitung El Mundo verdächtigen die Behörden den Milliardär zwischen 2001 und 2004 vier Millionen Euro gewaschen zu haben. Im Dezember soll der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzon, bekannt durch die Erstellung eines Haftbefehls gegen den chilenischen Diktator Augusto Pinochet, nach Moskau reisen, um Deripaska zu verhören.

Deripaska und sein Rivale in einem Boot?


In dem Fall gibt es einen weiteren prominenten Verdächtigen. Gegen Michail Tschernoi, langjähriger Partner
Oleg Deripaskas, inzwischen jedoch einer seiner ärgsten Rivalen, soll bereits im Mai von der spanischen Polizei ein Haftbefehl erlassen worden sein. Die Spanier haben Großbritannien, wo der Ex-Aluminiummagnat zuletzt lebte, um Verhaftung und Auslieferung gebeten, doch Scotland Yard verhörte Tschernoi lediglich und erlaubte ihm sogar die Ausreise nach Israel.

Tschernoi weist die Vorwürfe der Geldwäsche zurück. „Die Ermittlungen in Spanien wurden auf Initiative der Leute Deripaskas gegen mich eingeleitet, um mich zu diskreditieren. Jetzt schlagen die Ermittlungen gegen ihn um, obwohl weder er noch ich Verbindungen zur Russenmafia haben“, sagte Tschernoi.

Deripaska weist Vorwürfe zurück


Vertreter Deripaskas haben sowohl die Äußerungen Tschernois, als auch den Verdacht der Kooperation Deripaskas mit der Russenmafia zurückgewiesen. Offiziell sei auch noch kein Antrag auf Vernehmung eingegangen, teilte ein Sprecher des russischen Milliardärs mit. Allerdings sei Deripaska inzwischen bekannt, dass in Spanien gegen ihn ermittelt werde, bestätigte sein Sprecher.

Deripaska hat sich bereits an die russische Generalstaatsanwaltschaft gewandt und gebeten, herauszufinden, um welche Vorwürfe, es konkret gehe. Er sei bereit, mit der spanischen Justiz zu kooperieren, teilte er mit.

Deripaskas Name fällt bei Mafiaprozess in Stuttgart


Es ist nicht das erste Mal, dass der Name Deripaska in Zusammenhang mit der Russenmafia genannt wird. Vor zwei Jahren wurde in Stuttgart ein Geldwäscheprozess gegen drei Russen eröffnet, die der Ismailowskaja-Mafia angehören sollen.

Einer der von der Stuttgarter Staatsanwaltschaft befragten Zeugen brachte dabei auch Deripaska mit der Ismailowskaja-Mafia in Verbindung. Er soll laut diesen Aussagen in den 90er Jahren Morde bei der Mafia in Auftrag gegeben haben, die seinen sagenhaften Aufstieg zum russischen Aluminiumkönig erst ermöglichten.

Deripaska hat auch damals alle Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. Ein Verfahren gegen den Milliardär wurde bis heute nicht eingeleitet. Einschränkungen innerhalb der EU gibt es für Deripaska nicht. Lediglich die USA verweigern dem Oligarchen ein Visum wegen des Verdachts auf Kontakte zur Unterwelt.


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