Ihr politisches Engagement begann allerdings gleich mit einem Skandal: Während sie sich bei der Wahlkommission als Kandidatin anmeldete, ließen ihre Leibwächter einen anderen potentiellen Bewerber nicht ins Gebäude.
„Weil man mich jetzt nicht zur Wahlkommission gelassen hat, kann es sein, dass ich es bis 18 Uhr nicht schaffe, die Wahlkaution bei der Bank einzuzahlen – und das ist die letzte Frist“, beklagte sich Dmitri Berdnikow. „Das sind keine Wahlen, sondern ein Zirkus“, schimpfte er.
Kreml-Kritiker Nemzow jetzt nicht mehr der einzige Promi Die Anmeldefrist für die Bürgermeister-Bewerber endet heute, die Wahlen finden in genau einem Monat statt. Prominentester Bewerber unter den momentan 23 Anwärtern war bislang der Oppositionspolitiker und ehemalige russische Vizepremier Boris Nemzow, der in Sotschi geboren wurde. Bis 2. April wird die Wahlkommission prüfen, welche Kandidaten zur Wahl zugelassen werden.
Die Zielsetzungen Wolotschkowas für den Fall, dass sie gewählt werden sollte, blieben bislang recht diffus – aber die Top-Tänzerin will ihre soziale Ader zeigen: „Ich habe zwar keine politischen Erfahrungen, aber ich kann als Mensch und als Frau handeln“, erklärte sie bei der Ankündigung ihres Engagements unbedarft. „Alle interessieren sich dafür, was für Eishallen gebaut werden, aber kaum jemand kümmert sich darum, wie es den normalen Leuten geht“, sagte sie.
Viel Geld und Ärger wegen Olympia-Vorbereitungen Wegen der für 2014 an Sotschi vergebenen Olympischen Winterspiele sollen in den nächsten Jahren in dem Schwarzmeer-Kurort und seinem gebirgigen Hinterland Investitionen in Milliardenhöhe getätigt werden. Dem Bürgermeister kommt damit eine Schlüsselrolle bei der Verteilung der Ressourcen zu – und er fungiert als formeller Gastgeber der Athleten.
Parallel gibt es aber auch große Unruhe unter der Bevölkerung, da für die Bauvorhaben zahlreiche Grundstücke und Häuser enteignet werden sollen. Die Betroffenen fürchten, nicht angemessen entschädigt zu werden.
Die größten Chancen bei der Wahl werden aber dennoch dem bisherigen amtierenden Stadtoberhaupt Anatoli Pachomow zugebilligt. Er wird von der Kreml-Hauspartei „Einiges Russland“ unterstützt.
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