Ende März wurde Sulim Jamadajew Opfer eines Anschlags. Ein Profikiller schoss dem ehemaligen Kommandeur des Tschetschenen-Bataillons "Wostok" vor seiner Villa in Dubai nieder.
Tot oder nicht tot, das ist hier die Frage Jamadajew sei an den erlittenen Verletzungen im Krankenhaus gestorben, teilte die Polizei der Vereinigten Arabischen Emirate mit. Sulims noch lebender Bruder Isa (Ruslan Jamadajew wurde bereits im vergangenen Herbst in Moskau erschossen) hingegen erklärt bis heute, dass Sulim noch am Leben sei.
Inzwischen habe sich Sulim auch weitgehend von seinen Verletzungen erholt und nun zum Gegenschlag ausgeholt, berichtet Isa. "Vor ein paar Tagen hat sich Sulim mit mir per skype in Verbindung gesetzt und mitgeteilt, dass er über seinen Nachbarn in Gudermes, den Mullah der örtlichen Mosche Nurid Hadschi Kimajew Ramsan Kadyrow und Adam Delimchanow Blutrache geschworen habe", sagte Isa Jamadajew.
Blutrache-Anruf ging beim Mullah ein Nach tschetschenischer Tradition ist es tatsächlich üblich, eine Blutrache vorher anzukündigen. Und wirklich bestätigt auch der Mullah, dass er einen Anruf erhalten habe.
Doch da er die Stimme nicht erkannt habe, habe er sich geweigert, die Information weiterzuleiten. Er hätte sie aber auch nicht weiter geleitet, wenn er die Stimme als Jamadajews Stimme erkannt hätte, denn er wolle sich in die Auseinandersetzung nicht einmischen, erklärte Kimajew.
Isa Jamadajew verkündet Blutrache-Meldung seines Bruders, will aber nicht mitmachen Da die Meldung nicht weitergegeben wurde, ist die Blutrache nach tschetschenischem Verständnis noch nicht ausgesprochen - zumal Isa Jamadajew, der einzige, der noch von Sulim Jamadajew als Lebendem spricht, eigener Aussage nach selbst an einer solchen Blutfehde nicht teilnehmen will.
Er werde "nach Gesetz" handeln und auf niemanden schießen, erklärte er auf Nachfrage. Er hoffe auf die rechtliche Bestrafung der Schuldigen.
Bisher gibt es in dem Fall nur einen Angeklagten, den Fahrer des Tatwagens, Elimpascha Chazujew. Allerdings hat die Polizei von Dubai u.a. auch den Duma-Abgeordneten und Kadyrow-Cousin Adam Delimchanow per Interpol zur Fahndung ausgeschrieben - wegen Mordverdachts.
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