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Donnerstag, 09.07.2009
Ukrainischer Präsident Juschtschenko nicht vergiftet
Kiew. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko ist 2004 doch nicht mit Dioxin vergiftet worden, das zumindest befindet eine Untersuchungskommission des ukrainischen Parlaments - und fordert, die bisherigen Ermittler festzunehmen.
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Die Parlamentarische Untersuchungskommission habe in den Ermittlungsunterlagen keine Beweise für einen Giftanschlag auf den Präsidenten finden können, teilte heute der Kommissionsvorsitzende Wladimir Siwkowitsch in Kiew mit.
Man könne nicht ausschliessen, dass es sich um eine Vergiftung handele, sagte Siwkowitsch, es sei aber auf jeden Fall kein Giftanschlag gewesen. Es könne sich um eine zufällige Vergiftung oder auch um irgendeine Krankheit handeln. Es gebe viele Versionen.
Der Abschlussbericht der Kommission soll im Herbst 2009 vorgelegt werden, kündigte der Komissionsvorsitzende mit.
Juschtschenko nicht mit Dioxin vergiftet, sondern an Lepra erkrankt In Moskauer Medien war im vergangenen Jahr ein Bericht eines Arztes veröffentlicht worden, dass der Verlauf des Krankheitsbildes bei Juschtschenko nicht auf eine Dioxin-Vergiftung schliessen lasse, sondern eine Erkrankung an Lepra nahe lege. Das Krankheitsbild habe sich bereits in Sympthomen angekündigt, bevor es offensichtlich wurde.
Die Vergiftung (oder Erkrankung) Viktor Juschtschenkos, die sein Gesicht in kurzer Zeit völlig entstellte, war Gegenstand von Verschwörungstheorien und politischen Intrigen.
Giftanschlag, Selbstverstümmelung oder Krankheit Die Unterstellungen reichten von einem KGB-Giftanschlag im Auftrag Moskaus über ein Attentat seines Wahlkampfgegners Viktor Janukowitsch oder heimlicher Feinde im eigenen Umkreis bis hin zu Selbstvergiftung und Selbstverstümmelung zu Propagandazwecken.
Die ukrainische Parlamentarische Untersuchungskommission forderte heute in Kiew die Staatsanwaltschaft auf, die bisherigen Ermittler in Sachen Juschtschenko-Vergiftung festzunehmen und ein Strafverfahren zu eröffnen, da die Ermittler sich bisher nicht mit Ermittlungen, sondern mit politischen Intrigen befasst hätten.
Viktor Juschtschenko, der bei den (heftig umstrittenen) Wahlen im Jahre 2004 noch knapp siegte, hat sich im Laufe seiner Amtszeit so verschlissen, dass er heute laut Meinungsumfragen nur noch von zwei bis drei Prozent der Wähler unterstützt wird.
Seine bisher stärksten Konkurrenten sind sein ehemaliger Widersacher Viktor Janukowitsch und seine ehemalige engste Verbündete, die jetzige
Regierungschefin Julia Timoschenko, die auf jeweils 25 bis 30 Prozent des Wählerpotentials kommen. Die Präsidentenwahlen in der Ukraine müssen Ende 2009 oder Anfang 2010 stattfinden.
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